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Metall- und Elektroindustrie

IG Metall will künftig mehr Abweichungen vom Tarifvertrag zulassen

Anfang Oktober beginnen die Tarifverhandlungen in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft IG Metall rechnet angesichts der angespannten Wirtschaftslage mit schwierigen Gesprächen.
Eine Frau vor einem roten Hintergrund mit einem weißen Logo.

Die baden-württembergische IG-Metall-Chefin Barbara Resch sieht die Gewerkschaft vor schwierigen Tarifgesprächen.

dpa/Marijan Murat)

Stuttgart. Steigende Kosten im Alltag und Angst um den Arbeitsplatz: Diese Themen treiben die Beschäftigten derzeit am meisten um. Das hat eine Befragung der IG Metall Baden-Württemberg ergeben, an der sich 75 000 Mitglieder beteiligt haben. Auf dieser Grundlage diskutiert die Gewerkschaft derzeit, mit welcher Forderung sie in die bevorstehende Tarifrunde einsteigen will.

Was die Gewerkschaft in die Verhandlungen am 7. Oktober konkret fordern will, lässt Bezirksleiterin Barbara Resch noch offen. Am 22. September soll die Große Tarifkommission der Gewerkschaft die Zahlen festzurren.

In gut laufenden Branchen soll es Überschussboni geben

Es wird ein schwieriger Spagat. Denn einerseits ist ein klarer Wert wichtig, um die Mitglieder mobilisieren zu können. Die Forderung soll sich aus dem durchschnittlichen Inflationswert sowie dem Produktivitätszuwachs zusammensetzen. Damit wäre ein Wert mit mindestens einer Drei vor dem Komma gesetzt. Zudem erwägt die IG Metall, die Gewinne in den gut laufenden Branchen wie Medizintechnik oder Rüstungsindustrie für die Beschäftigten einzubeziehen. Hier sollen die Beschäftigten einen „Überschussbonus“ erhalten. Ab welcher Rendite der fällig wäre, sagt Resch nicht.

Die zweite Komponente des künftigen Tarifabschlusses soll aus einer Zukunftsperspektive bestehen. So könnten Unternehmen, die Beschäftigungssicherung und neue Produkte garantieren, damit einen Teil der ausgehandelten Lohnerhöhung kompensieren. Das wären dann individuelle Vereinbarungen.

IG-Metall-Chefin vermisst Dialogbereitschaft der Arbeitgeber

„Wir würden nur die Leitplanken definieren“ so Resch. Neu wäre so eine Lösung nicht. Schon heute können Betriebe, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind, in Teilen vom Tarifvertrag abweichen . Nach den Vorstellungen der IG Metall soll der Gestaltungsspielraum also ausgeweitet werden. Dies dann so überzeugend zu verkaufen, dass die Mitglieder insgesamt mit dem Abschluss auch zufrieden sind, dürfte so herausfordernd werden wie die Verhandlungen selbst.

Eine Erhöhung der Arbeitszeit , wie sie vor allem in der Autoindustrie diskutiert wird, oder Werksschließungen sind aus Gewerkschaftssicht keine Lösung. Resch fordert, dass die Tarifpartner gemeinsam neue Konzepte erarbeiten sollen. Das habe sie in der Vergangenheit ausgezeichnet. So sei es im Land seinerzeit auch gelungen, Alternativen für die wegfallenden Arbeitsplätze in der Textilindustrie zu finden. Diese Dialogbereitschaft vermisst Resch derzeit.

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