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Kosten der Energiewende

Studie: Pachthöhenbegrenzung für Windenergie bringt deutliche Einsparungen bei EEG-Kosten

Wie können die Kosten beim Ausbau der erneuerbaren Energien gesenkt werden, ohne die Energiewende abzuwürgen? Eine Studie im Auftrag des Verbands kommunaler Unternehmen sieht nun einen Ansatzpunkt bei einem Deckel für die Pachtzahlungen bei Windkraftanlagen. 
Windrad über Baumwipfeln vor blauem Himmel.

Mit niedrigeren Pachtzahlungen können die Gebote für neue Windräder in den Ausschreibungen niedriger ausfallen.

IMAGO/MICHAEL BIHLMAYER)

Berlin/Stuttgart. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) will die Kosten für die Energiewende begrenzen. Bei ihren Plänen fürchten Vertreter der Erneuerbaren Energien aber auch die Umweltministerin von Baden-Württemberg, Thekla Walker (Grüne) , und ihr Pendant in Bayern, Hubert Aiwanger (Freie Wähler), gerade für den Ausbau der erneuerbaren Energien im Süden Deutschlands große Probleme. Der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) hat nun ein Gutachten bei der Forschungsstelle für Energiewirtschaft in München in Auftrag gegeben. Dieses kommt zu dem Ergebnis, dass die Begrenzung von Pachtzahlungen für Windenergieanlagen an Land im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) die Kosten für die Energiewende deutlich senken und den Bundeshaushalt dauerhaft entlasten kann.

Im Gesetzentwurf zum EEG 2027 ist eine Pachtobergrenze von 3,5 Prozent des Jahresumsatzes vorgesehen. Diese könnte die EEG-Förderkosten deutlich reduzieren, so die Wissenschaftler der Forschungsstelle für Energiewirtschaft. Denn je höher, die vereinbarten Pachtzahlungen ausfallen, desto stärker erhöhen sie künftig den Förderbedarf im EEG. Denn mit niedrigeren Pachtzahlungen können auch die Gebote für neue Windräder in den Ausschreibungen niedriger ausfallen. Dadurch sinkt der sogenannte anzulegende Wert. Er bezeichnet die Vergütung, die eine Windenergieanlage benötigt, um ihre Investitions-, Betriebs- und Finanzierungskosten zu decken, und dient als Grundlage für die EEG-Förderung, die mit der Ausschreibung ermittelt wird.

Pachteinnahmen und Entlastung für die EEG-Förderung

Gegenüber einem Szenario mit bundesweiten Durchschnittspachten von zehn Prozent ergibt sich bis 2045 eine Entlastung von insgesamt rund 13 Milliarden Euro, haben die Wissenschaftler errechnet. Die jährliche Einsparung wächst mit dem Ausbau der Windenergie und erreicht bis 2045 rund 1,1 Milliarden Euro. Je nach angenommener Vergleichspacht reicht das gesamte Einsparpotenzial von rund drei Milliarden Euro bei fünf Prozent bis zu 37 Milliarden Euro bei 20 Prozent.

„Jeder Euro, der nicht in Pachtzahlungen fließt, entlastet den Bundeshaushalt und somit die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler um Milliarden, ohne die Ausbauziele bei der Windenergie zu gefährden. Gleichzeitig bleiben lukrative Pachteinnahmen für Flächeneigentümer möglich und der Windkraftausbau attraktiv“, sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. Bei einem Pachtpreisdeckel von 3,5 Prozent des Jahresumsatzes lägen die Pachtzahlungen an die Flächeneigentümer durchschnittlich bei 32 000 Euro pro Jahr und Windrad. Über die Förderdauer von 20 Jahren ergeben sich so Pachteinnahmen von rund 640 000 Euro pro Windrad.

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