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Jüdisches Leben entdecken mittendrin im ganzen Südwesten

Die Große Landesausstellung „Jüdisches Leben: Mittendrin“ verbindet jüdische Geschichte mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen.
imago/CHROMORANGE)Stuttgart/ Schwäbisch Hall. „Das von uns initiierte Projekt verbindet Menschen, jüdisches Leben und jüdische Geschichte an vielen Orten des Landes“, sagte Cornelia Hecht-Zeiler, Direktorin vom Haus der Geschichte, bei einem Auftakt-Mediengespräch in Schwäbisch Hall . Ein breites gesellschaftliches Bündnis aus Museen, Erinnerungsorten, Kultur- und Bildungseinrichtungen, jüdischen Gemeinden, Kommunen, Vereinen sowie vielen weiteren Partnerinnen und Partnern gestaltet gemeinsam ein vielfältiges Programm.
Impulsgeberin für das Kooperationsprojekt ist die Große Landesausstellung „Jüdisches Leben: Mittendrin“ im Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart. „Vom 19. Februar 2027 bis 9. Januar 2028 lädt sie dazu ein, jüdisches Leben neu zu entdecken – vielstimmig, lebendig und mitten in unserer Gesellschaft“, sagte der Projekt- und Ausstellungsleiter Rainer Schimpf. „ Im Mittelpunkt stehen Menschen mit ihren Geschichten und Perspektiven, die das Land geprägt haben und bis heute prägen.“
Netzwerk verbindet regionale Perspektiven mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen
Das Landesnetzwerk „Mittendrin: Jüdisches Leben im Südwesten“ verbindet dazu regionale Perspektiven mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen in Ausstellungen, Gesprächen, Konzerten, Filmformaten, Lesungen, Rundgängen und weiteren Veranstaltungen – von Wertheim bis Friedrichshafen, von Efringen-Kirchen bis Ulm.
Gefördert wird das Projekt von der Berthold Leibinger Stiftung. „Mit ‚Mittendrin‘ entsteht ein starkes Netzwerk, das die Vielfalt jüdischen Lebens verdeutlicht und Menschen und Institutionen in ganz Baden-Württemberg zusammenbringt“, sagt Stiftungsgeschäftsführer Markus Wener. „Die Berthold Leibinger Stiftung unterstützt das Projekt, weil es Erinnerungskultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt auf besondere Weise verknüpft und nachhaltige Kooperationsstrukturen schafft.“
Erfahrungen aus Bildungs- und Begegnungsarbeit
Der Jüdische Kultur- und Religionsverein Kehl bringt seine Erfahrungen aus der jüdischen Gemeinde-, Bildungs- und Begegnungsarbeit im grenzüberschreitenden Raum Kehl–Straßburg mit in das Projekt ein. „Für uns bedeutet ‚Mittendrin‘, Erinnerung nicht nur als moralische Pflicht zu verstehen, sondern jüdische Perspektiven tatsächlich wahrzunehmen und jüdisches Leben in seiner Gegenwart sichtbarer zu machen“, so Vorstand David Byk. Schon vor dem offiziellen Projektauftakt hat der Verein mit einer Lesung der Journalistin und Autorin Mascha Malburg („Worüber Juden reden“) einen ersten Impuls gegeben.
Konzerte, Lesungen, besondere Führungen an Original-Schauplätze und Vorträge – etwa zum Synagogenmaler Eliezer Sussmann – umfassen die Beiträge des Hällisch-Fränkischen Museums und weiterer Kooperationen in Schwäbisch Hall. Für Museumsleiterin Dinah Rottschäfer verbindet das „Mittendrin“-Projekt „Geschichte und Gegenwart auf besondere Weise“. Sie sieht darin „eine große Chance, die vielfältige Geschichte jüdischen Lebens im ländlich geprägten Hohenlohe-Franken erlebbar zu machen und zugleich seine Bedeutung für unsere Gegenwart zu zeigen“.
Beteiligt an der Ausstellung sind auch das Kinomobil Baden-Württemberg, das Haus des Dokumentarfilms, die Landeszentrale für politische Bildung, das Evangelische Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart und viele Erinnerungsorte im Land.