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Deutlich mehr Unfälle mit E-Scootern
Stuttgart. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit E-Scootern und anderen Elektrokleinstfahrzeugen in Baden-Württemberg hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Wie aus einer am Montag veröffentlichten Antwort des Verkehrsministeriums auf einen Antrag der Grünen-Landtagsfraktion hervorgeht, stieg die Zahl der polizeilich registrierten Unfälle von 39 im Jahr der Zulassung 2019 auf 1983 im Jahr 2025. Allein im ersten Halbjahr 2026 gab es demnach einen Zuwachs von rund 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im vergangenen Jahr starben landesweit zehn Menschen bei solchen Unfällen, 152 wurden schwer und 1.341 leicht verletzt.
Besonders von den steigenden Unfallzahlen betroffen sind Kinder und Jugendliche. Laut Ministerium waren Minderjährige im Jahr 2025 an mehr als einem Drittel der Unfälle mit Personenschaden beteiligt. Die Zahl der verunglückten Kinder unter 14 Jahren stieg im Vergleich zu 2023 um mehr als das Fünffache.
Die Landesregierung lehnt eine Führerscheinpflicht ab
Auf dem Schulweg gab es im vergangenen Jahr landesweit 31 Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen. Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) betonte, dass die Entwicklung angesichts der Ziele der Verkehrssicherheit kritisch verfolgt werde.
Eine generelle Führerscheinpflicht für E-Scooter lehnt die Landesregierung allerdings ab, da dies eine neue bürokratische Hürde darstellen würde. Stattdessen setzt das Ministerium auf Kontrollen, Präventionskampagnen und eine stärkere Verantwortung von kommerziellen Verleihfirmen. Von einer geplanten Halterhaftung des Bundes erhofft sich die Landesregierung, dass Anbieter ihre Überwachungspflichten verschärfen und beispielsweise durch konsequentere Altersprüfungen für mehr Ordnung und Sicherheit sorgen. (epd)