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Energiewende

Mit Automobiltechnik zur klimagerechten Fabrik

Der Stuttgarter Autozulieferer Mahle überträgt Lösungen für Elektromobilität auf den Gebäudesektor. Damit kannt das Unternehmen in einer Fabrik in Vaihingen/Enz auf den Einsatz von Öl und Gas fast völlig verzichten.
Solarmodule auf einem Flachdach, Wohnhäuser und Hügel im Hintergrund.

Die Solaranlage auf dem Dach der Mahle-Fabrik in Vaihingen/Enz produziert nicht nur Strom, sondern auch Wärme.

Mahle)

Vaihingen/Enz. Der Autozulieferer Mahle hat auf dem Dach seiner Fabrik in Vaihingen/Enz (Kreis Ludwigsburg) die aktuell größte Anlage in Betrieb genommen, die Photovoltaik und Solarthermie kombiniert. 1000 Hybrid-Solarmodule erzeugen auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern rund 1086 Megawattstunden Wärme und mehr als 400 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Kühlplatten aus dem E-Auto führen Solarwärme ab

Die Anlage deckt nahezu den gesamten Wärmebedarf des Mahle-Standorts. Bisher wurde mit fossilen Brennstoffen geheizt, die nun nicht mehr eingesetzt werden müssen.

Die Module hat ein Dresdner Start-up geliefert, das nach eigenen Aussagen derzeit das einzige in Deutschland ist, das Hybrid-Solarzellen in industriellem Maßstab herstellt. Doch der Stuttgarter Autozulieferer hat auch eigene Technologie eingesetzt. Denn unter den Solarpanels sind von Mahle selbst entwickelte Kühlplatten angebracht. Diese sind auf der gesamten Fläche mit der Solaranlage verbunden. So könne die in den Modulen entstehende Wärme effizienter abgeführt und genutzt werden als bei Lamellenwärmetauschern, die nur punktuell mit der Solaranlage verbunden sind, heißt es bei Mahle.

Überschüssige Wärme wird im Erdreich gespeichert

Die Technologie wird bereits in der Serienproduktion von Mahle-Komponenten für Elektrofahrzeuge eingesetzt und nun erstmals zur Kühlung einer photovoltaisch-thermischen (PVT)-Anlage „Mit unserer PVT-Anlage in Vaihingen schaffen wir einen einzigartigen Brückenschlag von ausgereifter Automobiltechnologie hin zu wegweisender Energietechnik und unterstreichen damit die konsequente Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie“, sagt Martin Wellhöffer, der in der Mahle-Konzernleitung für den Bereich Thermal and Fluid Systems, also den Kühlerbereich zuständig ist.

Um die auf dem Fabrikdach erzeugte Wärme das ganze Jahr über nutzen zu können, speichert Mahle die Energie im Erdreich. Im Winter wird die Heizenergie über Erdsonden wieder abgerufen und zum Betrieb einer Wärmepumpe genutzt.

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