Bachelorarbeiten aus den Verwaltungshochschulen

Wie Praktika dem Fachkräftemangel entgegenwirken können

Die richtige Umsetzung von Praktika kann dem Fachkräftemangel entgegenwirken. In ihrer Bachelorarbeit gibt Judith Kallweit Tipps.
dpa/dpa-tmn | Christin Klose)

KEHL. „Der Fachkräftemangel wird in naher Zukunft vor allem den öffentlichen Dienst betreffen“, erklärt Judith Kallweit, Studentin an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl. Geeignetes Personalmarketing gewinne daher an Bedeutung, um ausreichend Nachwuchskräfte zu sichern. Dabei stellten Praktika eine bislang kaum untersuchte Methode des externen Personalmarketings dar. In ihrer Bachelorarbeit wurde die Relevanz von erfolgreichen Praktika für ein wirkungsvolles Personalmarketing dargestellt. In den nächsten Abschnitten folgt die Kurzzusammenfassung ihrer Thesis:

Anhand von Experteninterviews wurde der Umgang mit Praktika und die Erfolgsfaktoren bei ausgewählten Arbeitgebern der Privatwirtschaft untersucht. Auf Grundlage theoretischer Kenntnisse und der Ergebnisse der Experteninterviews wurden Handlungsempfehlungen für den öffentlichen Dienst zur Gestaltung der Praktika abgeleitet. Wichtigste Erfolgsfaktoren sind der persönliche Umgang mit Praktikanten, die Qualität der Praktikumstätigkeiten sowie regelmäßige Feedbackgespräche.

Beantwortung der Forschungsfrage mithilfe von Experteninterviews

Das Ziel dieser Arbeit war es, die Gestaltung der Praktika herauszuarbeiten, damit sie als erfolgreiches Instrument des externen Personalmarketings wirken. Hintergrund sind zunehmende Fachkräfteengpässe im öffentlichen Dienst und die daraus folgende Überlegung, wie Praktikanten als Mitarbeiter gewonnen werden können.

In den theoretischen Grundlagen wurden der Fachkräftemangel, Praktika und das externe Personalmarketing dargestellt. Anhand von drei Praktikantenstudien wurden Faktoren für erfolgreiche Praktika aus der Sicht der Praktikanten aufgezeigt.

Die Ausarbeitung der theoretischen Grundlagen war hilfreich für die Erstellung des Leitfadens und die Auswertung der Experteninterviews, so dass sich nur eine Hauptfragestellung des Leitfadens nachträglich erübrigte.

Handlungsempfehlungen

Die empirische Untersuchung erfolgte anhand von Experteninterviews mit fünf Experten aus der Privatwirtschaft. Dabei wurden die wichtigsten Aspekte zum Thema Praktikum angesprochen. Die theoretischen Grundlagen wurden mit den Ergebnissen der Experteninterviews in Verbindung gebracht, durch eigene Überlegungen erweitert und Handlungsempfehlungen für den öffentlichen Dienst abgeleitet. Zur Beantwortung der Forschungsfrage konnten folgende Ergebnisse in Form von Handlungsempfehlungen festgehalten werden:

In der Vorbereitungsphase der Praktika sollte die gewünschte Mitarbeitergewinnung klar definiert und eine Bedarfsanalyse durchgeführt werden. Erfolgreiche Kommunikationskanäle zur Gewinnung neuer Praktikanten sind die Mund-zu-Mund-Propaganda, Maßnahmen an Hochschulen/Universitäten und das Bewerbungsportal, beziehungsweise die Karrierewebsites der Arbeitgeber. Um im Voraus auf eine erfolgreiche Passung zwischen Arbeitgeber und Praktikanten hinzuwirken, empfiehlt es sich, geeignete Auswahlinstrumente und Auswahlkriterien festzulegen.

Während der Durchführung der Praktika zeigten sowohl die Praktikantenstudien als auch die Ergebnisse der Experteninterviews, dass sinnvolle, interessante und abwechslungsreiche Praktikumstätigkeiten entscheidende Faktoren für den Erfolg von Praktika darstellen. Darüber hinaus sind der persönliche Umgang mit Praktikanten und regelmäßige Feedbackgespräche von Bedeutung.

Im Rahmen des Abschlusses und der Nachbereitung der Praktika ist ein Abschlussgespräch mit Praktikanten unabdingbar. Der Erfolg von Praktika sollte anhand von Feedbacks gemessen werden. Die Bindung von ehemaligen Praktikanten dient dem Aufbau von langfristigen Beziehungen und zur Gewinnung von künftigen Mitarbeitern.

Bei der Beantwortung der Forschungsfrage ging es weniger um eine allumfassende Praktikumsgestaltung, als um die Kernpunkte, die sowohl größere als auch kleine Arbeitgeber durchführen können.

Praktika als Win-Win-Situation

Damit Praktika erfolgreich durchgeführt werden können, muss sich nicht jeder Arbeitgeber die einzelnen Maßnahmen selbst erarbeiten. Vorgegebene Abläufe und Formulare sind hilfreich, wie sie zum Beispiel verschiedene Industrie- und Handelskammern für ihren Bereich zum Download zur Verfügung stellen. In näherer Zeit wird die Strukturierung von Praktika und ihre Evaluierung wohl softwaregestützt möglich sein.

Auch wenn Praktika als Instrument des externen Personalmarketings bislang wenig untersucht sind, erfordert es eine verstärkte Auseinandersetzung mit dieser Thematik. Diese Bachelorarbeit legt einen ersten Grundstein. Natürlich geben die fünf Experten hilfreiche Erfahrungen weiter, aber dies ist nur ein begrenzter Ausschnitt aus der Privatwirtschaft.

Sicher könnte mit einer größeren Anzahl an Experten noch tiefer in die Thematik eingestiegen werden und es würden zusätzliche und weitergehende Erfahrungen hinzukommen. Die interviewten Experten waren zudem ausschließlich Akademiker. Da im öffentlichen Dienst viele Nichtakademiker anzutreffen sind, wären diesbezüglich weitere Studien interessant. Schließlich sind sowohl der Arbeitgeber als auch die Praktikanten am Erfolg oder Misserfolg von Praktika beteiligt. Damit Erfolg erzielt wird, müssen beide Parteien einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen leisten. Ein von Arbeitgeberseite noch so interessant gestaltetes Praktikum ist nicht erfolgreich, wenn Praktikanten nicht entscheidend mitwirken. Im Gegenzug werden Praktikanten den Arbeitgeber bei ihrer künftigen Arbeitgeberauswahl nicht bevorzugen, wenn sie schlechte Erfahrungen gesammelt haben. Daher stellen Praktika in gewissem Maße eine Win-win-Situation dar.

Abschließend lässt sich sagen: Wenn jeder gibt, kann auch jeder gewinnen.

Autorin der Bachelorarbeit ist Judith Kallweit. Sie studierte Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl und kommt ursprünglich vom Bodensee. „Schon im Vertiefungsstudium habe ich Personal gewählt und insbesondere der Bereich des Personalmarketings hat mein Interesse geweckt. So entstand der Wunsch, mich damit im Rahmen meiner Bachelorarbeit näher zu befassen“, erzählt sie. „Es waren spannende Erfahrungen Experteninterviews mit diversen Unternehmen zu führen und so einen Einblick in die Unternehmenskulturen sowie ihre Maßnahmen im Personalmarketing zu erhalten. Ich hoffe, dass ich durch meine Bachelorarbeit einen Beitrag dazu leisten kann, dem zunehmenden Fachkräftemangel mit geeignetem Personalmarketing entgegenzuwirken.“

Autorin der Bachelorarbeit ist Judith Kallweit. Sie studierte Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl und kommt ursprünglich vom Bodensee. „Schon im Vertiefungsstudium habe ich Personal gewählt und insbesondere der Bereich des Personalmarketings hat mein Interesse geweckt. So entstand der Wunsch, mich damit im Rahmen meiner Bachelorarbeit näher zu befassen“, erzählt sie. „Es waren spannende Erfahrungen Experteninterviews mit diversen Unternehmen zu führen und so einen Einblick in die Unternehmenskulturen sowie ihre Maßnahmen im Personalmarketing zu erhalten. Ich hoffe, dass ich durch meine Bachelorarbeit einen Beitrag dazu leisten kann, dem zunehmenden Fachkräftemangel mit geeignetem Personalmarketing entgegenzuwirken.“

Hierbei handelt es sich um eine Kurzzusammenfassung der Bachelorarbeit.

Quelle/Autor: Judith Kallweith

Themen des Artikels

Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen

Nutzen Sie die Vorteile unseres

E-Abos. Lesen Sie alle Artikel aus Print und Online für

0 € 4 Wochen / danach 149,00 € jährlich Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Baden-Württemberg Jetzt abonnieren

Lesermeinungen

Bitte loggen Sie sich ein, um zu kommentieren.

Lesen Sie auch