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Rupert Mayer: Ein unbeugsamer Glaubenszeuge

Der katholische Jesuitenpater Rupert Mayer kümmerte sich vor allem um Zugezogene und arme Menschen.
Provinzarchiv Jesuiten)Stuttgart. Vor 150 Jahren, am 23. Januar 1876, wurde Rupert Mayer in Stuttgart geboren und kurz darauf in der katholischen Kirche St. Eberhard getauft, wie das katholische Stadtdekanat Stuttgart mitteilte.
Eine Ausstellung im Haus der Katholischen Kirche beleuchtet nun das Leben des außergewöhnlichen Priesters und Ordensmannes. Mayer hatte früh die Menschenverachtung im Nationalsozialismus erkannt und ließ sich trotz vieler Inhaftierungen viele Jahre nicht mundtot machen.
Ein deutscher Katholik könne niemals Nationalsozialist sein
Pater Rupert Mayers wohl bekanntester Satz ist auch heute noch aktuell: „Ich werde ihnen ganz klar sagen, dass ein deutscher Katholik niemals Nationalsozialist sein kann.“
In der Münchner Michaelskirche predigte er lange nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten trotz Redeverbotes offen gegen das NS-Regime, was ihm mehrere Inhaftierungen, unter anderem im Konzentrationslager Sachsenhausen, einbrachte.
Von den Nationalsozialisten wurde er im Kloster Ettal unter Arrest gestellt. Schon bald nach Kriegsende starb er am 1. November 1945 zu Beginn einer Predigt.
Die Ausstellung soll verschiedene Stationen im Leben des Ordensmannes zeigen. Schon eine kleine Episode aus der Kindheit macht die soziale Haltung von Rupert Mayer deutlich: Die Mutter musste immer wieder neue Kleider für den Jungen anschaffen, weil dieser alles an bedürftige Kinder verschenkte.
Später in München kümmerte er sich für den Jesuitenorden um Zugezogene und um arme Menschen. Zusammen mit Unterstützern verteilte er unter anderem Lebensmittel und Kohle zum Heizen, um den Menschen das Überleben zu sichern.
Der Jesuitenpater war den Menschen ganz nah
Die Ausstellung gibt bis 14. Februar Einblick in seine Überzeugungen, die ihn zum Nazi-Gegner machten. „Wir möchten zeigen, wie nah bei den Menschen der Jesuitenpater war“, sagt Simone Caliandro von der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Mitte. „In seiner Hingabe für seine Mitmenschen kann er uns Vorbild sein“, betont Caliandro.
Zu sehen sind auch Gegenstände, die mit Stuttgart in Verbindung stehen wie etwa ein Primizkelch, der in seinem Primizgottesdienst in St. Eberhard im Jahr 1899 zum Einsatz kam.