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Ausstellungen

Wertvolle Zeugnisse der deutsch-französischen Geschichte

Zum 75. Jahrestag des Institut Français zeigt das Hauptstaatsarchiv Stuttgart die Ausstellung „Kostbare Schätze“ zur deutsch-französischen Geschichte. Gezeigt werden Dokumente und Leihgaben von 1274 bis heute zu Konflikten, Versöhnung und europäischer Einigung.
Ein Mann im Anzug zeigt in einem Museum auf eine Glasvitrine mit Exponaten.

Kurator Wolfgang Mährle zeigt einen Silberbecher, der an die Rückkehr württembergischer Geiseln aus Frankreich erinnert.

Ralf Schick)

Stuttgart. Württemberg und Frankreich waren und sind vielfach eng verbunden. Anlässlich des 75. Jahrestages der Gründung des Institut Français in Stuttgart zeigt das Hauptstaatsarchiv Stuttgart nun die zweisprachig arrangierte Sonderausstellung „Kostbare Schätze“.

„In der Ausstellung kann man die deutsch-französische Geschichte in ihren Höhen und Tiefen authentisch erfahren“, sagt Wolfgang Mährle, Kurator und stellvertretender Abteilungsleiter im Hauptstaatsarchiv.

Dokumente aus Stuttgart und internationale Leihgaben

Gezeigt werden Dokumente aus dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart und internationale Leihgaben. Die Ausstellung ist bis 24. Juli zu sehen, danach wandert sie nach Frankreich.

„Die politische und kulturelle Nähe Frankreichs und Deutschlands kommt in der engen Verbindung zwischen Württemberg und Montbéliard sowie dem Elsass mit Strasbourg zum Ausdruck“, sagt Peter Rückert, Leiter des Archivs. Gezeigt werden Objekte von 1274 bis heute, darunter wertvolle Urkunden, Goldringe oder Frontkarten aus dem Ersten Weltkrieg.

Mit der Verlegung der Kurie des Papstes nach Avignon sollten ab 1309 sieben Päpste nacheinander in Südfrankreich residieren. Dort wurde die päpstliche Kanzlei mit ihren Schreibkünstlern und Miniaturmalern intensiv gefordert. In der Ausstellung ist unter anderem eine seltene Ablassurkunde zu sehen, die 1347 in Avignon von zwölf Bischöfen für das Benediktinerkloster Hirsau im Schwarzwald gefertigt wurde.

Das Herzogtum Württemberg hatte besonders unter dem „Pfälzischen Erbfolgekrieg“ (1688-1697) schwer zu leiden und einen harten Kontributionsvertrag mit Frankreich eingehen müssen. Ein kostbarer Silberbecher mit Widmungsgravur und ein goldener Doppelring erinnern etwa an die Rückkehr von württembergischen Geiseln, die in Straßburg und Metz inhaftiert wurden.

Die „Bebenhäuser Kette“ stellt einen besonders prächtigen Teil des württembergischen Kronschatzes dar. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts für Königin Olga (1822-1892), die Gemahlin König Karls (1823-1891), nach einem Ölgemälde der Barbara Gonzaga (1455-1503) gefertigt.

Geistliche Begegnungen und dynastische Bündnisse

„Insgesamt werden rund 60 historische Objekte gezeigt in 15 unterschiedlichen Kapiteln“, sagt Mährle. Thematisiert werden unter anderem „geistliche Begegnungen und dynastische Bündnisse im Mittelalter“.

Außerdem gibt es Bezüge zu den Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts, den NS-Verbrechen, der Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Besuch des französischen Präsidenten Charles de Gaulle in Ludwigsburg und dem Weg in ein geeintes Europa.

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