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5,8 Prozent mehr Geld für die Länderbeschäftigten

DBB-Chef Volker Geyer (2. von links) und Verdi-Chef Frank Werneke (Mitte) haben sich nach harten Tarifverhandlungen mit den Ländern geeinigt.
dpa/REUTERS/Thilo Schmuelgen)Potsdam . Die Länder und die Gewerkschaften haben sich nach vier harten Verhandlungstagen geeinigt: Die Löhne und Gehälter der 1,1 Millionen Beschäftigten steigen zum 1. April um 2,8 Prozent, mindestens aber 100 Euro. Zum 1. März 2027 erfolgt eine Anhebung um weitere 2,0 Prozent und der letzte Erhöhungsschritt von 1,0 Prozent folgt am 1. Januar 2028.
Für Nachwuchskräfte wurde eine Reihe von Verbesserungen vereinbart, insbesondere werden die Ausbildungsentgelte insgesamt um 150 Euro erhöht. Darüber hinaus beinhaltet die Einigung strukturelle Verbesserungen im Tarifrecht wie zum Beispiel höhere Wechselschicht- und Schichtzulagen.
So viel mehr wie bei Bund und Kommunen
„Die Verhandlungen mit den Ländern waren schwierig wie lange nicht mehr“, sagte Verdi-Bundeschef Frank Werneke. Doch am Ende stehe ein Ergebnis auf dem Niveau des Tarifvertrags für die Beschäftigen von Bund und Kommunen vom vergangenen Jahr, wo es auch insgesamt 5,8 Prozent mehr Geld gab. Verdi-Landeschefin Maike Schollenberger sprach von einer wegweisenden Bedeutung der Tarifeinigung für weitere Tarifverhandlungen in diesem Jahr. Sozialabbau und der Senkung tariflicher Standards seien abgewendet worden.
Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), kommentierte: „Wenn man sich die Ausgangslage mit leeren Kassen in den Ländern und überhöhten Forderungen der Gewerkschaften vor Augen führt, ist das ein gut vertretbarer Kompromiss, der zeigt, dass wir als Tarifpartner gesamtstaatliche Verantwortung übernehmen.“ Die Gewerkschaften hatten ursprünglich sieben Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 300 Euro gefordert, die Länder hatten den Inflationsausgleich „plus einen Schnaps oben drauf“ angeboten.
Übertragung auf Beamte und Pensionäre zugesagt
Der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbunds, Volker Geyer, forderte „die zeitgleiche und systemgerechte Übertragung der Ergebnisse auf die Beamtinnen und Beamten der Länder und Kommunen“. 110.000 Arbeiter und Angestellte in Baden-Württemberg sind direkt vom Tarifabschluss betroffen, 340.000 Beamte und Pensionäre indirekt. Die Fraktionsvorsitzenden der Grünen und der CDU, Andreas Schwarz und Manuel Hagel, hatten eine zeit- und wirkungsgleiche Erhöhung zugesagt.