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Alle Jahre wieder: Krippenplatz gesucht

Christoph Sonntag reflektiert über Krippenplätze und die Tradition der Weihnachtskrippe.
Douglas Mendes via Canva.com, Porträt: imago images/STAR-MEDIA)Kurz vor Heiligabend, im Rückblick auf die vielen Krippen auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt, denke ich daran, dass bei uns schon für Einjährige Krippenplätze gesucht werden. Die Suche startet in der Regel – gleich nach der Regel – vorbeugend mit jedem Eisprung und man meldet sich vorsorglich bei 123 Kinderkrippen an. Kaum ist das Kind da, stellt man schnell fest: Die ersten Monate ist so ein Kind ganz nett, aber dann muss die eigene Freiheit wieder her. Mittlerweile lauten Anfragen bei ChatGPT so: „… gib mir einen Link, wo ich mal drei verschiedene Kinder in verschiedenen Ausführungen bestellen kann, die hübsch aussehen, nicht tropfen, nicht nerven, nachts schlafen und nicht in die Windel machen. Und gib mir bitte auch genau bekannt, in welcher Frist ich zwei von den drei wieder zurückschicken kann!“
Den bekanntesten Krippenplatz gab es schon vor über zweitausend Jahren. Die Spielzeuge und Geschenke, allesamt ohne pädagogisches Prüfsiegel, wurden von drei Weisen aus dem Morgenland dahergebracht. Unter uns, solche Geschenke-Daherbringer würden bei uns heute ohne Asylantrag und langwieriges Verfahren nicht einmal in Stallnähe kommen! Die drei Weisen folgten einem Stern mit Schweif – so wie dann später in der Nachkriegszeit der Mercedesstern die Gastarbeiter angelockt hat – und kamen zu einer Krippe im sozial schwach strukturierten Teil von Bethlehem. Fakt ist also: Drei Männer aus dem Vorderen Orient haben dem jüdischen und christlichen Glauben auf die Sprünge geholfen. Ich freu mich auf den Tag, bis Erdoğan das begreift und dann vor Wut einfach explodiert. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!