Kreislauffähiges Bauen

Recyclingunternehmen fordern klare Vorgaben für die Vergabepraxis

Recycler und Bauunternehmen wollen das zirkuläre Bauen voranbringen. Beim Tag der Mineralik in Berlin war jedoch klar: Wenn sich öffentliche Auftraggeber bei der Auftragsvergabe bei RC-Baustoffen weiter zurückhalten, bleibt die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen nur Stückwerk.
Abriss eines mehrstöckigen Gebäudes mit zwei Baggern im Vordergrund.

Die Entsorgerbranche hat ein Gutachten vorgestellt, das konkrete Handlungsoptionen für eine ressourcenschonende Beschaffung aufzeigt.

Wolfgang Leja)

Berlin . „Kreislauffähiges Bauen ist technisch möglich und wirtschaftlich darstellbar – entscheidend ist nun eine konsequente öffentliche Beschaffung.“ Das haben der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) auf dem Tag der Mineralik in Berlin betont.

Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund des vom Bundeskabinett geplanten „Aktionsprogramms Kreislaufwirtschaft“ statt. Die Branche erhofft sich davon wichtige Impulse, um die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie umzusetzen.

Weder Verfügbarkeit noch Kosten sind das Problem

„2026 muss das Jahr werden, in dem nachhaltige öffentliche Beschaffung vom politischen Anspruch zur gelebten Praxis wird“, erklärte Anja Siegesmund, Präsidentin des BDE. „Unsere Analysen zeigen klar: Weder Verfügbarkeit noch Kosten sind das Problem. Was fehlt, sind Rechtssicherheit und klare Vorgaben in der Vergabepraxis. Öffentliche Auftraggeber müssen Kreislaufwirtschaft gezielt nachfragen.“ Der BDE hat dazu ein Gutachten vorgestellt, das konkrete Handlungsoptionen für eine ressourcenschonende Beschaffung aufzeigt.

Daniel Imhäuser, Vorstandsmitglied des BDE und Geschäftsführer eines Baustoff-Recycling-Unternehmens in Frankfurt, sagte, die Recycling- und Entsorgungswirtschaft könne liefern. „Mineralische Recyclingrohstoffe stehen vielerorts in ausreichender Qualität und Menge zur Verfügung. Entscheidend sei, dass öffentliche Auftraggeber diese Materialien auch konsequent nachfragen, rechtssicher einsetzen und bei Rückbau gezielt zur Verwertung abgeben können. Dann wird die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen vom Ausnahmefall zur Regel“, erklärte Imhäuser.

Unternehmen sind bereit, Recyclingbaustoffe einzusetzen

Die Bauindustrie pocht auf „verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen“. „Die Unternehmen sind bereit, Recyclingbaustoffe einzusetzen. Jetzt kommt es darauf an, dass Regulierung und Beschaffung diese Lösungen ermöglichen und nicht ausbremsen“, sagt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie.

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