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Bundesratsinitiative für bessere Bedingungen bei der Windkraft

Über 100 Windkraftanlagen wurden im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg genehmigt.
IMAGO/MICHAEL BIHLMAYER)Stuttgart. „Wir müssen uns unabhängig machen vom Preisroulette bei Gas und Öl. Jede Windkraftanlage, die Importe aus Krisenregionen verringert, bringt uns mehr Planungssicherheit, geringere Stromproduktionskosten und mehr Souveränität“, sagt Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker (Grüne). Gemeinsam mit dem bayerischen Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) fordert sie eine Erhöhung der jährlichen Ausschreibungsmengen von 10 000 auf 14 000 Megawatt sowie eine zusätzliche Windsonderausschreibung im kommenden Jahr mit 5000 Megawatt.
Zudem fordern sie ein eigenes Zuschlagselement für Süddeutschland. Danach sollen mindestens 20 Prozent des Ausschreibungsvolumens für Projekte in der Südregion reserviert werden. Außerdem wollen sie den Korrekturfaktor für windschwächere Regionen anzuheben, um die höheren Investitionskosten auszugleichen – etwa in Mittelgebirgen im Vergleich zu flachen Küstenstandorten.
Ohne Anpassung können viele Windkraftanlagen im Süden nicht gebaut werden
Ohne Anpassung droht, dass ein erheblicher Teil bereits genehmigter Projekte im Süden wirtschaftlich nicht realisiert werden kann. Bereits bei der vergangenen Ausschreibungsrunde im Februar für eine Mindestvergütung für Windkraftanlagen nach EEG gingen nur zwei Prozent der bundesweiten Ausschreibungsmenge nach Bayern und Baden-Württemberg.
„Die Energiewende ist der Schlüssel für erfolgreichen Klimaschutz. Mit den angemeldeten Anlagen erreicht Baden-Württemberg sein Klimaziel bis 2030 locker. Diese über 1000 Anlagen nicht mehr bauen zu können, wäre eine Sabotage aller Anstrengungen für Verfahrensbeschleunigungen der vergangenen Jahre“, so Walker.
Allein im vergangenen Jahr wurden in Baden-Württemberg über 100 Windkraftanlagen genehmigt. Gebaut sind sie jedoch noch nicht. Die meisten haben bei den stark überzeichneten Ausschreibungen des Bundes noch nicht mal einen Zuschlag erhalten. Dabei würde der Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg und Bayern Kosten sparen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft , die im März vorgestellt wurde.
Ausbau der Windkraft in Deutschland ist ökonomisch sinnvoll
Danach würde ein stärkerer Ausbau der Windkraft in Süddeutschland Kosten sparen, sowohl beim teuren Netzausbau, um den Windstrom vom Norden in den Süden zu transportieren, als auch bei den Redispatchkosten. Diese Kosten fallen an, wenn Windkraftanlagen im Norden abgestellt werden und gleichzeitig Kraftwerke im Süden hochgefahren werden müssen, um Engpässe zu beseitigen und das Stromnetz stabil zu halten. Allein hier geht es aktuell um 1,9 Milliarden Euro jährlich, die eingespart werden könnten, so die Ergebnisse der Studie.
Gleichzeitig zeigte die Studie, dass der einseitige, marktgetriebene Ausbau der Windkraft in Norddeutschland energetisch wenig Vorteile bringt. Denn durch Abregelung geht im Norden ein Großteil der zusätzlichen Energiemengen verloren. Ein regional ausgewogenerer Ausbau führe zwar zu etwas weniger erzeugtem Windstrom, bringe aber insgesamt deutliche wirtschaftliche und systemische Vorteile: weniger Abregelung, weniger Engpässe und geringerer Bedarf an zusätzlichem Nord-Süd-Netzausbau und damit verbunden auch geringere Kosten bei der Energiewende.