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Batteriehersteller in Krise

Experte zu Varta: „Schlag für die Batterieindustrie“

Varta hat einen Insolvenzantrag gestellt, eine Zerschlagung droht. Was bedeutet das für den Batteriestandort Deutschland?
Großes Gebäude mit "VARTA"-Logos, Menschen und Autos davor, blauer Himmel.

Das Geschäft mit den Haushaltsbatterien ist von dem beantragten Insolvenzverfahren nicht betroffen.

IMAGO/Arnulf Hettrich)

Ellwangen. Der Batterieexperte Dirk Uwe Sauer sieht in der drohenden Zerschlagung des schwäbischen Batterieherstellers Varta ein Problem für die gesamte Branche hierzulande. „Die Zerschlagung von Varta wäre ein weiterer Schlag für die Batterieindustrie in Deutschland“, sagte der Universitätsprofessor von der RWTH Aachen, wo er Inhaber des Lehrstuhls für Elektrochemische Energiewandlung und Speichersystemtechnik ist.

Es gebe in Deutschland nur wenige Unternehmen wie Varta und schon gar nicht welche mit solch einer Tradition, sagte Sauer. Die Autoindustrie zum Beispiel lasse sich nicht von kleinen Start-ups beliefern, die brauche Unternehmen mit Qualität, Zuverlässigkeit und einer gewissen Größe. „Wenn bei einer Zerschlagung jetzt der Gewinnbringer aus dem Unternehmen genommen wird, stellt sich die Frage, wie Innovationen finanziert werden können“, sagte Sauer.

Mögliche Zerschlagung und Insolvenzantrag

Die sogenannte Ad-hoc-Gläubigergruppe um die Deutsche Bank und die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox hatte diese Woche angekündigt, das Geschäft mit den bekannten Haushaltsbatterien aus dem Varta-Konzern ausgliedern zu wollen. Begründet wurde dies mit der angespannten Finanzlage des Unternehmens.

Varta hat einen Antrag auf vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt, wie das Unternehmen aus Ellwangen mitteilte. Ziel sei es, die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens zu sichern und eine nachhaltige Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen. Das Geschäft mit den Haushaltsbatterien sei nicht von dem beantragten Insolvenzverfahren betroffen.

Experte: Varta technologisch sehr gut

„Technologisch ist das, was Varta macht, sehr gut“, sagte Sauer. Letzten Endes sei aber alles eine Frage des Preises. „Damit kommen wir zu einem generellen Problem der deutschen Batterieindustrie. Wir verfügen nicht über eine große Volumenherstellung“, sagte Sauer. In China gebe es diese sowie einen ruinösen Preiskampf. „Wir wissen schon lange, dass wir in dieses Dilemma mit der Abhängigkeit von China hineinlaufen“, sagte Sauer.

Varta arbeitet unter anderem an Natrium-Ionen-Batterien, die als Zukunftstechnologie gelten. „Natrium-Ionen-Batterien sind für Europa eine echte Chance, um weniger abhängig von China zu sein, weil man über den Weltmarkt hierfür besser an die benötigten Rohstoffe kommt“, sagte Sauer. Aus Sicht des Experten ist es keine Option, auf europäische Batteriehersteller zu verzichten. (dpa)

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