Kosten für den Zugverkehr

Dank Fahrgastzahlen: Landkreise sparen Zuschuss für Frankenbahn ein

In Zeiten der kommunalen Finanzkrise gibt es auch Momente, in denen Landkreise finanziell entlastet werden – und das ausgerechnet beim Schienenverkehr. Grund für die kleine Erleichterung ist ein Boom auf der Regionalbahn zwischen Lauda und Osterburken.
Zug am Bahnhof Lauda, Gleis 1, Ziel Aschaffenburg, graues Gebäude im Hintergrund.

Zwischen dem Bahnhof Lauda (Foto) und Osterburken verkehr eine erfolgreiche Regionalbahn. Das entlastet zwei Landkreise bei der Anschubfinanzierung.

IMAGO/Arnulf Hettrich)

Tauberbischofsheim/Mosbach. Der Neckar-Odenwald-Kreis sowie der Main-Tauber-Kreis müssen sich nicht mehr an der Finanzierung der Regionalbahn zwischen Lauda und Osterburken beteiligen. Konkret geht es um die Mitfinanzierung des Stundentakts auf dem Abschnitt der Frankenbahn. Da sich die Fahrgastzahlen mittlerweile auf 500 pro Tag eingependelt haben, übernimmt das Land Baden-Württemberg die Defizit-Kosten. Bislang haben sich das Land und die beiden Landkreise die Zuzahlung geteilt.

Ursprünglich war vereinbart, dass aus Stuttgart 60 Prozent kommen und die beiden Landkreise gemeinsam 40 Prozent der Kosten übernehmen, die nicht durch Ticketerlöse abgedeckt sind. Die Landkreise ihrerseits haben sich die Kosten nach der Fahrtstrecke aufgeteilt. Weil die 35-Kilometer-Strecke im Main-Tauber-Kreis länger ist, kommen aus dem Landratsamt in Tauberbischofsheim 75 Prozent, das restliche Viertel begleicht die Neckar-Odenwald-Kreisbehörde in Mosbach.

Zuzahlungen schrumpften kontinuierlich

Seither schrumpfen die Zuzahlungen: Im Jahr 2024 beliefen sich die Gesamtkosten auf knapp 3,6 Millionen Euro, teilen die Landratsämter mit. Hiervon entfielen aufgrund der vereinbarten Aufteilung mehr als 1,4 Millionen Euro auf die beiden Landkreise, rund 1,1 Millionen Euro auf den Main-Tauber- und 360.000 Euro auf den Neckar-Odenwald-Kreis.

Zwischen Juli 2023 bis Juni 2024 lagen die täglichen Fahrgastzahlen auf dem Regionalbahn-Streckenabschnitt bei durchschnittlich über 400 Fahrgästen. Dadurch hatte sich der Kostenanteil für die Landkreise nahezu halbiert. Auf den Main-Tauber-Kreis entfielen noch rund 550.000 Euro, auf den Neckar-Odenwald-Kreis 200.000 Euro. 2026 werden vorerst letztmalig 565.000 Euro für den Main-Tauber- und 190.000 Euro für den Neckar-Odenwald-Kreis fällig.

500er-Marke ist geknackt

Da von Juli 2025 bis Juni 2026 erstmals täglich mehr als 500 Fahrgäste die Regionalbahn RB 85 benutzt haben, entfällt ab 2027 die Mitfinanzierung aufgrund des Überschreitens der Schwelle von 500 Fahrgästen in zwei aufeinander folgenden Halbjahren ganz. Daher sparen die beiden Landkreise ihre letzten Anteile ein, was die beiden CDU-Landräte, Christoph Schauder (Main-Tauber) und Achim Brötel (Neckar-Odenwald), als großen Erfolg verbuchen.

Nach langen Verhandlungen hatten sich die beiden Landkreise und das Verkehrsministerium Baden-Württemberg 2019 zunächst auf einen dreijährigen Probebetrieb für den Regionalbahnverkehr verständigt. Diesen verlängerten die Partner um ein Jahr, weil wegen der Corona-Pandemie wenige Menschen im Zug saßen.

Danach nahmen die Fahrgastzahlen zu, der Probebetrieb wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 zum Regelbetrieb. Gleichzeitig vereinbarten das Land und die Kreise, dass die Landkreise sich zunächst weiterhin an den Kosten beteiligen, die Zuschüsse aber bei Erreichen von festgelegten Meilensteinen von 400 oder 500 Fahrgästen täglich sinken oder gar komplett entfallen können. In der Zwischenzeit wurden beide Fahrgast-Meilensteine übertroffen.

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