Kolumne: Eingekreist

Der Bahnhof als Visitenkarte – bald ohne Kaffeefleck?

Der Bahnhof gilt als erste Adresse einer Stadt – doch vielerorts schreckt er Reisende von einem Besuch eher ab. Nun soll eine bundesweite Offensive für mehr Sauberkeit und mehr Sicherheit geben – damit der erste Eindruck endlich wieder stimmt.
Taube steht auf einem Bahnsteig neben Gleisen.

Wenn schon die Züge vom Fahrplan abweichen, ist immerhin das Warten angenehm.

Frank Hoermann/SVEN SIMON)

Wo es nach Urin riecht, die Tauben regieren und der Aufzug seit 2019 „vorübergehend außer Betrieb“ ist, da sollte eigentlich die Visitenkarte einer Stadt sein. Doch die hat vielerorts mindestens ein Eselsohr und einen Kaffeefleck – zum Unmut der Bürger und der landet meist im Rathaus, das aber zu Unrecht. Denn der Bahnhof ist Sache der Bahn, aber die Reisenden trennen nicht fein säuberlich zwischen Zuständigkeiten.

Auch Baden-Württemberg ist unter den Glücklichen

Vielleicht hat das alles bald ein Ende. Denn jetzt kommt die große Offensive für 25 Bahnhöfe. Mehr Sicherheit, mehr Sauberkeit, schnellere Reparaturen. Ein bundesweites Sofortprogramm, verkündeten der Bundesverkehrsminister und die Bahnchefin am Dienstag. Auch Baden-Württemberg ist unter den Glücklichen: Neben Mannheim sind auch die Bahnhöfe Reutlingen und Schwäbisch Gmünd dabei. Drei von rund 700 Bahnhöfe und Haltepunkte im Land – ein Anfang ist gemacht! Jetzt sollen es mehr Streifen, mehr Kameras und mehr Reinigung geben. Und der Frühjahrsputz kommt doppelt so oft.

Das Jahr 2026 fängt für Pendler also gut an: Wenn schon die Züge vom Fahrplan abweichen, ist immerhin das Warten angenehm. Die Hoffnung auf saubere Bahnhöfe reist im ICE voraus, hoffentlich folgt der Alltag nicht im Regionalexpress.

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