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Freibad-Geschichten aus Kehl: Heute „Der doppelte Einsatzbericht“

Kühles Nass in schönstem Blau - das verspricht ein Freibadbesuch.
Patrick Scheiber via www.imago-images.de)Für viele gehört es zum Sommer wie die Eisdiele oder die Grillparty: das Freibad. Der Sprung vom Drei-Meter-Turm, Federball auf dem Rasen, das Odeur aus Chlor und Pommes – das erinnert an unbeschwerte Zeiten. Doch scheinen diese Zeiten längst Geschichte zu sein, zumindest, wenn man den News aus Kehl im Ortenaukreis, der Grenzstadt zum Elsass, glauben darf.
Laut Polizei soll es am Sonntag im Ortsteil Auenheim zum Sturm aufs Freibad gekommen sein: 50 bis 60 junge Franzosen wollten offenbar das Eintrittsgeld sparen und seien über den Zaun geklettert. Das Sicherheitspersonal sei dem Ansturm nicht mehr Herr geworden und habe die Polizei gerufen, die dann das Bad geräumt hat. Die Meldung steht auf allen Nachrichtenseiten, nur nicht auf der Seite der Stadt Kehl.
Zwei Gruppen ohne Bezug zueinander
Sie spricht von zwei Gruppen, von einer, die am späten Nachmittag verbotswidrig vom Seitenrand ins Becken gesprungen ist. Vom Bademeister ließen die Kerle sich nicht beeindrucken. Er rief die Polizei, die kurz vor Durchsage des Betriebsendes die Lage geklärt hat. Und dann waren früher am Tag ein paar Jungs am Eingang, die nicht ins Bad durften, weil es zu voll war oder sie die Badesachen schon anhatten, was wegen der Hygiene verboten ist. Sie kletterten frech über das Torgitter, wurden aber wieder rausbugsiert.
Laut Stadt war da nicht mehr, doch auch die Polizei bleibt bei ihrer Darstellung. Nun fragt man in Zeiten des Postfaktischen schon längst nicht mehr, was stimmt, sondern was besser klingt. Die Polizei: „Eine Horde Franzosen stürmt ein deutsches Freibad, das daraufhin geräumt werden muss.“ oder die Stadt: „Kurz bevor das Bad schließt, beendet die Polizei Reibereien mit Rüpeln. Zuvor versuchten ein paar Jungs vergeblich, über das Torgitter zu klettern.“ Schwierig – für solche Fragen ist es wohl immer viel zu heiß.