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Herrenberg distanziert sich von einem Reichspräsidenten

Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg (von links) hat den Ausgang des Ersten Weltkriegs mit Kaiser Wilhelm II. und General Erich von Ludendorff zu verantworten. Trotzdem wurde er 1925 Reichsprädient und ernannte Hitler zum Reichskanzler.
Ken Welsh)Herrenberg. Der Gemeinderat von Herrenberg hat dem einstigen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg einstimmig die Ehrenbürgerwürde aberkannt. Hindenburg wurde 1933 mit Adolf Hitler und Wilhelm Murr, dem damaligen Reichsstatthalter Württembergs, die Auszeichnung verliehen. Hitler und Murr verloren die Ehrung Herrenbergs schon kurz nach Kriegsende 1946, der bereits 1934 verstorbene Hindenburg durfte die Würde bis jetzt behalten. Nun folgten die Räte in der letzten Sitzung vor der Sommerpause einstimmig einem Antrag der SPD.
Nicht geändert wird der Name der Hindenburgstraße in Herrenberg am Rande der historischen Altstadt. Allerdings werden die Straßenschilder mit einer historischen Einordnung versehen. Die einstige Gartenstraße bekam ebenfalls 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten den Namen des Generals verliehen. Das wollte der damalige Gemeinderat so.
Nicht die erste Diskussion um Hindenburg
Der Straßenname sowie die Ehrenbürgerschaft Hindenburgs standen laut Stadtverwaltung bereits 1997 und 2013 in der Diskussion. Nun kam es zur Mehrheit gegen die Ehrenbürgerschaft, auch, um ein symbolisches Zeichen zu setzen, von dem die Ratsvorlage spricht. Obwohl die Ehrenbürgerschaft eigentlich mit dem Tode endet, ging es um die Distanzierung von der historischen Figur, die selbst keinen Bezug zu Herrenberg hat.
Paul von Hindenburg war in der Weimarer Republik bei konservativ-monarchistischen Bevölkerungsteilen als General des Ersten Weltkriegs sehr beliebt. Nach dem Tod des ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert von der SPD 1925 wurde der Monarchist ins höchste Staatsamt gewählt, half beim Abbau der Demokratie mit und ernannte Adolf Hitler 1933 zum Reichskanzler. Im selben Jahr unterzeichnete er das Ermächtigungsgesetz, das die demokratische Reichsverfassung außer Kraft setzte. Ein Jahr später starb Hindenburg im Alter von 86 Jahren.