Baudenkmäler

Burgenportal der Schwäbischen Alb wächst weiter

Wer sich über Burgen im Großraum Stuttgart informieren will, kommt an dieser Webseite nicht vorbei. Längst ist aus dem Projekt von zwei Landkreisen eine Aufstellung von historischen Baudenkmälern auf der schwäbischen Alb geworden. 
Beleuchtetes Schloss bei Nacht, roter Vollmond im Hintergrund.

Auch die Burg Hohenzollern, hier mit einem Blutmond, ist Thema der erweiterten Webseite über die Burgen im Land.

imago/Arnulf Hettrich)

Sulz/Neckar. Die Landkreise Reutlingen und Esslingen initiierten 2011 eine gemeinsame Website zu Burgen und Schlössern – und heimsten dafür 2022 den „Staatsanzeiger Award“ in der Kategorie „Stadt- und Tourismusmarketing“ ein. Mittlerweile ist das Netzwerk auf sechs Landkreise angewachsen: Rottweil, Konstanz, Göppingen und der Zollernalbkreis sind jetzt auch dabei. Die Präsentation zur Freischaltung der Website fand stilecht im Wasserschloss Glatt (Kreis Rottweil) statt.

Der Rottweiler Landrat Christoph Keckeisen sagte: „Das erweiterte Portal macht die Vielfalt der Burgenlandschaft sichtbar und Geschichte erlebbar“. Marco Birn, Reutlinger Kreisarchivar, nannte das Projekt „ein Beispiel für die moderne interkommunale Zusammenarbeit mehrerer Landkreise“. Den Anstoß gab 2010 der „Arbeitskreis Historisches Erbe“ im Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

133 Einträge sind erst ein Anfang

Mehr als eine Website ist die digitale Burgensammlung eine Datenbank mit aktuell 133 Einträgen – ein Anfang angesichts von schätzungsweise mindestens 3000 Burgen im Land. Mit der Suchfunktion „Burgen Finder“ lassen sich die Ergebnisse nach Entstehung, Erhaltung, Region, Empfehlung, Besichtigung und Landkreis anzeigen. Fotos, Drohnenaufnahmen und Videos vermitteln Eindrücke.

Der Esslinger Kreisarchivar Manfred Waßner stellte fest, die Ergebnisse jahrzehntelanger Burgenforschung lägen nicht primär für Touristen oder Einheimische vor, sondern für Menschen auf der Suche nach fundierten Daten – Wissenschaftler ebenso wie Laien. Michael Kienzle vom Zentrum für Burgenforschung der Uni Tübingen erklärte Merkmale und Entwicklung von Burgen als Wehrbau, Statussymbol, Verwaltungsmittelpunkt, Wirtschaftszentrum und Wohnbau. Dank moderner Forschung werden noch neue Burgen entdeckt.

Einen Nerv getroffen

Bei einer Podiumsdiskussion empfahlen die Landräte Ulrich Fiedler (Esslingen) und Christoph Keckeisen (Rottweil) sowie Kreisarchivar Manfred Waßner (Esslingen) Hohenschramberg, Lichtenstein sowie Reußenstein zur Besichtigung. Fiedler appellierte, am Erhalt dranzubleiben. Alle Beteiligten der sechs Landkreise waren sich einig, dass das Pilotprojekt einen Nerv getroffen hat und weiter wachsen kann. Schon jetzt steht fest, dass sich 2027 weitere Landkreise dem Netzwerk anschließen. Die Webseite finden Sie unter der Adresse www.unsere-burgen.de

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