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Engelbergtunnel

Nach Tunnelbrand drohen über Wochen lange Staus auf A81

Kilometerlange Rückstaus drohen westlich von Stuttgart nach dem Brand im Engelbergtunnel - einem der wichtigsten Autobahntunnel Baden-Württembergs. Was Pendler wissen müssen.
Rauch über einer Autobahn, Stau in eine Richtung, leere Gegenfahrbahn.

Eine Rauchsäule ist über dem Eingang zum Engelbergtunnel bei Leonberg auf der A81 zu sehen.

dpa/ Karsten Schmalz)

Leonberg . Nach dem Brand im Engelbergtunnel westlich von Stuttgart müssen die Autofahrer in den nächsten Wochen sehr viel Geduld mitbringen. Es werden größere Verkehrsbehinderungen erwartet. 

Inzwischen ist die Autobahn 81 wieder in eine Richtung befahrbar. Die Oströhre in Fahrtrichtung Heilbronn wurde freigegeben, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Die Weströhre müsse aufgrund der großen Schäden auf unbestimmte Zeit gesperrt bleiben. Das Feuer zerstörte die Betriebstechnik hier auf mehrere hundert Meter.

Der ADAC Württemberg verzeichnet kilometerlange Rückstaus auf der A81 zwischen Stuttgart-Feuerbach und Stuttgart-Zuffenhausen. Die Umleitungsstrecke über Ditzingen und Leonberg sei ebenfalls stark belastet. Es sei ordentlich was los, teilte ein Polizeisprecher mit. 

Das rät der ADAC Pendlern 

Aktuell wird der Verkehr in der Oströhre derzeit zweispurig geführt. Damit ist die Durchfahrt aus Richtung München kommend wieder möglich. Die Überleitung von Karlsruhe kommend bleibe vorerst gesperrt. Der Verkehr wird von dort in die Oströhre umgeleitet. 

Der überregionale Verkehr sollte den Engelbergtunnel weiträumig umfahren und dazu über die A6 auf die A5 oder A7 in Richtung Süden ausweichen, wie der ADAC mitteilte. Für den örtlichen Verkehr stelle die Region um den Engelbergtunnel aktuell ein echtes Nadelöhr dar. «Hier gilt es, die Stoßzeiten und vor allem den Berufsverkehr zu meiden. Wer die Möglichkeit hat, sollte auf Homeoffice und unter Umständen den ÖPNV ausweichen.»

Der Engelbergtunnel ist einer der wichtigsten Autobahntunnel in Baden-Württemberg mit bis zu 140.000 Fahrzeugen pro Tag. Aufgrund der hohen Verkehrsmengen wirken sich hier Störungen deutlich stärker aus als an anderen Autobahn-Abschnitten. 

Nach Angaben der Autobahn GmbH konnten die Einsatzkräfte den ausgebrannten Lastwagen-Auflieger samt Fracht in der Nacht auf Mittwoch bergen. Der Tunnel musste dazu außer Betrieb genommen, das heißt stromlos geschaltet werden. Die zerstörte Tunneltechnik wurde zurückgebaut, die losen Betonteile an der Tunnelschale entfernt und Edelstahlgitter zur Sicherung montiert.

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Lkw-Fahrer verhinderte wohl Schlimmeres

Am Dienstagnachmittag war ein mit Kühlschränken beladener Lastwagen-Anhänger in dem vielbefahrenen Tunnel ausgebrannt. Eine Reifenpanne löste möglicherweise den Brand aus. Infolge eines defekten Reifens habe sich während der Fahrt mutmaßlich eine große Hitze am betroffenen Rad gebildet, welche letztlich zum Brand des Aufliegers geführt habe, teilte die Polizei mit. Als der Fahrer das Feuer entdeckte, stoppte er den mit Kühlschränken beladenen Lastwagen kurz nach dem Tunnelportal. Die Hitzeentwicklung selbst dürfte jedoch schon deutlich vor der Einfahrt in den Tunnel begonnen haben.

Nach dem Brand wurden beide Röhren gesperrt. Weil das Feuer in der Weströhre massive Schäden hinterließ, waren nach Angaben der Autobahn GmbH Sicherheitsprüfungen nötig. Zudem mussten das Anhänger-Wrack und weitere Fahrzeuge geborgen werden. 

Der Lkw-Fahrer hatte den Anhänger abgekoppelt, so dass keine weiteren Fahrzeuge in Brand gerieten, wie die Feuerwehr mitteilte. Zwei Menschen erlitten Rauchvergiftungen und wurden ins Krankenhaus gebracht. Rund 30 weitere Betroffene wurden den Angaben zufolge von Rettungskräften versorgt. Fast 400 Einsatzkräfte waren laut der Autobahn GmbH vor Ort.

An der Tunneldecke der Weströhre platzte durch die Hitze Beton ab. Die Kabel der Tunnelsteuerung sowie der Brandmeldeanlage seien verschmort, teilte die Autobahn GmbH mit. (dpa/lsw)

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