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Wahlanfechtung  

OB-Wahl in Eislingen: Unterlegene Kandidatin Anja Sauer legt Einspruch ein

Nach der knappen Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters in Eislingen/Fils ficht die unterlegene Kandidatin Anja Sauer das Ergebnis an. Sie sieht Unregelmäßigkeiten beim Ablauf der Wahl und erhebt zugleich Vorwürfe gegen die lokale Berichterstattung.
Frau mit Brille und Perlenkette vor pinkem Hintergrund.

Die Römersteiner Bürgermeisterin Anja Sauer hat sich in Eislingen beworben.

Florian Scheible)

Eislingen/Fils. Die unterlegene Kandidatin Anja Sauer hat Einspruch gegen die Oberbürgermeisterwahl in Eislingen/Fils eingelegt. Die 50-jährige Bürgermeisterin der Gemeinde Römerstein (Kreis Reutlingen) teilte gut zwei Wochen nach der Stichwahl in einer Pressemitteilung mit, sie fechte das Ergebnis an.

Es gehe ihr „nicht primär darum, die Wahl zu gewinnen“

Zur Begründung verwies Sauer auf „mehrere belegbare Tatsachen“, die aus ihrer Sicht eine Anfechtung rechtfertigten. Dabei gehe es unter anderem um mögliche Unregelmäßigkeiten beim Ablauf der Wahl sowie in der begleitenden Kommunikation. Diese Punkte müssten rechtlich überprüft werden. Zudem wirft sie der „NWZ“ vor, wiederholt versucht zu haben, sie gezielt zu diskreditieren.

Es gehe ihr „nicht primär darum, die Wahl zu gewinnen“, erklärte Sauer weiter, sondern um die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien und das Vertrauen in staatliche Institutionen – insbesondere in die örtliche Presse und die Stadtverwaltung.

Im ersten Wahlgang lag sie noch vorne

Mit Blick auf die Stichwahl sprach Sauer von einer äußerst knappen Entscheidung. Sie gehe davon aus, dass eine höhere Wahlbeteiligung von mehr als 41 Prozent zu ihren Gunsten ausgefallen wäre. Auch ein größerer Brand in der Innenstadt am Wahltag habe aus ihrer Sicht eine Rolle gespielt.

Vor diesem Hintergrund sehe sie sich verpflichtet, die Einhaltung demokratischer Grundsätze einzufordern. In Gesprächen während des Wahlkampfs hätten Bürgerinnen und Bürger wiederholt einen Vertrauensverlust in Politik und staatliche Institutionen geäußert. Sie habe das Regierungspräsidium Stuttgart, gebeten, die vorgetragenen Punkte rechtlich zu bewerten. Darüber hinaus schließe sie eine gerichtliche Klage nicht aus.

Sauer hatte die Stichwahl am 22. März knapp gegen den Eislinger Kämmerer Oliver Marzian mit 236 Stimmen Unterschied verloren (beide parteilos) . Im ersten Wahlgang lag sie noch vorne.

Bericht über fehlenden Transparenzhinweis

Zwischen den Wahlgängen hatte sie bereits Kritik am Vorgehen des Wahlamts geäußert. Dieses hatte laut einem Medienbericht einen fehlenden Transparenzhinweis auf ihrer Internetseite geprüft. In diesem Zusammenhang kritisierte Sauer die aus ihrer Sicht negative Berichterstattung während der Briefwahlphase.

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