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Zwei Drittel der Landkreise erhöhen die Kreisumlagehebesätze

Die Kreisumlage ist die wichtigste Einnahmequelle der Landkreise.
Klaus Ohlenschläger)Stuttgart. 24 von 35 Landkreisen in Baden-Württemberg haben ihre Kreisumlagehebesätze für 2026 erhöht. Nur der Ostalbkreis und der Kreis Sigmaringen senkten ihre Hebesätze. Unverändert blieben sie in den Landkreisen Göppingen, Heidenheim, Freudenstadt, Konstanz, Lörrach, Waldshut, Ravensburg sowie im Ortenaukreis und im Zollernalbkreis.
Der durchschnittliche Kreisumlagehebesatz steigt 2026 im Vergleich zum Vorjahr auf 34,27 Prozent – ein Plus von 1,14 Prozentpunkten. Er erreichte damit wieder das Niveau des Jahres 2011, teilt das Statistische Landesamt mit. Das Kreisumlageaufkommen aller Landkreise steigt 2026 gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich auf rund 6,3 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 8,2 Prozent beziehungsweise 474 Millionen Euro.
Mit unverändert 41,7 Prozent weist der Landkreis Freudenstadt weiterhin den höchsten Kreisumlagehebesatz im Land auf. Er wird gefolgt vom Kreis Breisgau-Hochschwarzwald mit 39,93 Prozent. Der Landkreis Biberach weist mit 28 Prozent trotz einer Anhebung weiterhin den niedrigsten Satz auf.
Das höchste Gesamtaufkommen gibt es im Rhein-Neckar-Kreis
Der Landkreis Ludwigsburg verzeichnet die nominal höchsten Mehreinnahmen. Sie steigen um 45,2 Millionen Euro (13,6 Prozent) auf insgesamt 377 Millionen Euro. Nach Angaben des Statistischen Landesamts ist dies auf eine höhere Steuerkraftsumme sowie eine Anhebung des Hebesatzes um zwei Prozentpunkte zurückzuführen. Das höchste Gesamtaufkommen unter allen Landkreisen hat erneut der bevölkerungsreichste Landkreis, der Rhein-Neckar-Kreis. Hier steigen die Einnahmen um 4,5 Prozent auf nun 396 Millionen Euro.
Der Hohenlohekreis ist der einzige Landkreis, in dem die Einnahmen voraussichtlich leicht sinken werden – obwohl der Kreisumlagehebesatz um 0,5 Prozentpunkte angehoben wurde. Hier geht das Aufkommen im Vergleich zu 2025 um 0,4 Millionen Euro beziehungsweise 0,5 Prozent zurück. Hintergrund ist ein Rückgang der Steuerkraftsumme der kreisangehörigen Gemeinden im Jahr 2026 um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Kreisumlage musste „schon im vierten Jahr in Folge massiv angehoben werden“
Die Kreisumlage ist die wichtigste Einnahmequelle der Landkreise. Sie wird von den Landkreisen bei ihren kreisangehörigen Gemeinden erhoben und vom Kreistag beschlossen. Als Hauptgrund für die steigenden Kreisumlagen nennt der Landkreistag in seinem aktuellen Kreisfinanzbericht die Defizite der Kliniken . Die Kreisumlage habe demnach „schon im vierten Jahr in Folge massiv angehoben werden“ müssen. Für 2026 rechnen die Landkreise mit einem Defizitausgleich von 822 Millionen Euro für ihre kommunalen Krankenhäuser.