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Die Kulturarbeit bekommt Zuspruch von allen Seiten

Im Landesverband Amateurtheater sind über 600 Bühnen zusammengeschlossen.
Andreas Nikoloudis)Stuttgart. Am Dienstag flatterte die Pressemitteilung des Museumsverbands Baden-Württemberg ins Haus. Von einer Zeit „krisenhafter Entwicklungen“ ist da die Rede, von „Verunsicherung“ angesichts der „aktuellen politischen und finanziellen Lage“. Mit vier Themenkomplexen wandte sich der Verband an die „demokratischen Parteien“, um die Standpunkte zu Museen und Museumsarbeit zu erfragen. Konkret wurden Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP, Die Linke und SPD befragt. Nun liegen die Antworten auf dem Tisch.
„Wir freuen uns über die breite Anerkennung der Museumsarbeit in allen Antworten“, sagt die Verbandspräsidentin, Sabine Mücke. Die unterschiedlichen Ansätze der Parteien zeigten, dass die Ausgestaltung der Unterstützung politisch gestaltbar sei.
Auch Bürokratieabbau befürworten alle Parteien
Alle Parteien erkennen Museen als wichtige Orte kultureller Identität, Bildung, gesellschaftlichen Zusammenhalts und außerschulischen Lernort an. Sammlungsarbeit, Investitionen in Gebäude, Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und der Fortbestand von Förderprogrammen werden parteiübergreifend unterstützt. Ebenso haben alle Parteien Bürokratieabbau und Verlässlichkeit in der Finanzierung auf dem Schirm.
Unterschiede bestehen in der Frage, wie diese Unterstützung strukturell ausgestaltet werden soll. Nur Die Linke fordert eine gesetzliche Verankerung von Kultur als staatliche Pflichtaufgabe.
Auch der Landesverband Amateurtheater Baden-Württ (LABW) hat gemeinsam mit dem Landesverband Theater in Schulen Baden-Württemberg (LVTS) erstmals eine Umfrage organisiert. „Uns geht es im Grunde gut, Baden-Württemberg ist das Land mit den meisten Fördermitteln für Amateurtheater,“ lobt Marcus Joos, Präsident des LABW. „Die große Herausforderung sind nun die kommunalen Haushalte. Wir blicken mit einer gewissen Habachtstellung auf die Politik.“
Bei baulichen Investitionen bräuchten manche Theater die kommunale Beteiligung, die nun wegbricht. Darüber und über viele weitere Themen, die den Theaterleuten unter den Nägeln brennen, wollen sie mit den Politikern ins Gespräch kommen. Außerdem, so Joos, wolle der Dachverband zum Schutz der Demokratie beitragen.
„Wir sind parteipolitisch neutral, merken aber den Druck auf die Demokratie in den vergangenen Jahren“, betont er. Seit Herbst 2025 stehe in der Satzung das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. „Damit wir bestimmten Tendenzen Einhalt gebieten können“, sagt Joos. „Da, wo wir die Demokratie in Gefahr sehen, da wollen wir auch als Verband Haltung und Stellung beziehen.“
Einer der wichtigsten Punkte, die in der Umfrage angesprochen wurden, ist die kulturelle Teilhabe. „Amateurtheater wird als Basisarbeit gebraucht, um an die kulturelle Bildung heranzuführen, auch an die Hochkultur“, sagt Joos. „Ohne Breitensport gibt es keinen Spitzensport, ohne Breitenkultur keine Hochkultur.“
Die Wahlprüfsteine sind für alle online einsehbar
Zudem ist den Theatermachern die Zukunftssicherung der Förderung wichtig, „dass wir die bestehenden Förderungen nicht verlieren, dass wir flexibilisieren und vielleicht andere Möglichkeiten wahrnehmen können.“
Alle 21 Parteien wurden angeschrieben, nicht alle haben geantwortet. Die Antworten sind online einsehbar. „Bei vielen finden wir tollen Zuspruch“, sagt Joos. Etwas enttäuscht habe, dass das Schulfach Theater, das die beiden Verbände seit Jahren fordern, wenig in Aussicht gestellt wurde für die kommende Legislaturperiode.
„Aber generell waren die Antworten positiv. Das heißt, wir werden im Rahmen der Kürzungen vielleicht etwas erleben oder wir werden in den nächsten Jahren keine Erhöhung bekommen, aber es ist nicht das Ende der Fahnenstange, wir verharren nicht, wir machen weiter.“
Weitere Wahlprüfsteine im Netz
Auch die Bühnengenossenschaft GDBA hat, gemeinsam mit der Schwestergewerkschaft Vereinigung deutscher Opern- und Tanzensembles (VdO) an Parteien Fragen zur Beantwortung geschickt.
Und auch der Landesmusikverband wurde im Vorfeld aktiv, um „die Zukunft der Amateurmusik im Land aktiv mitzugestalten“, ebenso der Landesmusikrat. Die Ergebnisse sind im Internet einsehbar.