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Neues Museum: Heidengrabenzentrum bietet virtuelle Fahrt durch die Welt der Kelten

Ein neues Heidengrabenzentrum im Landkreis Reutlingen soll den Lebensalltag in der einstmals größten keltischen Siedlung Mitteleuropas erfahrbar machen.

Das Heidengrabenzentrum liegt zwischen den Gemeinden Hülben, Erkenbrechtsweiler und Grabenstetten und ist baulich einem keltischen Grabhügel nachempfunden.

Thomas Blank)

Grabenstetten. Schriftliche Zeugnisse gibt es nicht, was man von ihnen weiß, haben Archäologen über Bodenfunde erschlossen: Baden-Württemberg hat ein reiches keltisches Erbe. Seit 2019 ist es offiziell „Keltenland“, es gibt eigens eine „Keltenkonzeption“, mit der dieses Erbe erschlossen, vernetzt und – touristisch – vermarktet werden soll.

Ein Baustein ist das vergangene Woche eröffnete „Heidengrabenzentrum“ zwischen Erkenbrechtsweiler (Kreis Esslingen), Grabenstetten und Hülben (Landkreis Reutlingen): Baulich einem keltischen Grabhügel nachempfunden, bietet das Heidengrabenzentrum den Besuchern virtuellen Einblick in den Lebensalltag der Kelten, die 2100 Jahre früher in der größten keltischen Siedlung Mitteleuropas am Heidengraben lebten.

„Das neue Heidengrabenzentrum macht den Menschen die Welt der Kelten auch emotional erfahrbar“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bei der Eröffnung. Etwa über eine virtuelle Fahrt mit einem keltischen Wagen durch die Siedlung, die vorbei an frühen Handwerksstätten oder einer Weinhandlung führt; an „Marktständen“ lässt sich die Warenwelt der Kelten – Keramik, Schmuck, Waffen, Weinamphoren aus Italien – entdecken, ein Kinofilm zeichnet das Leben im damaligen Oppidum nach. Es ist eine „bürgerliche“ Welt, die sich da präsentiert  –  im Gegensatz zu frühkeltischen Fundstätten wie dem Bopfinger Ipf und der Heuneburg, wo die großen Fürstensitze und Grabstätten eine wichtige Rolle spielen.

Das Land Baden-Württemberg hat im Rahmen der Keltenkonzeption das Informationszentrum mit rund 1,8 Millionen Euro gefördert, hinzu kommen zwei Millionen Euro des Bundes über das Förderprogramm „Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Deutschland“ (INK).

Im September werden auch die Rekonstruktionsbauten am Bopfinger Ipf fertiggestellt und Besuchern zugänglich sein, nachdem im März schon das Keltenmuseum Hochdorf wiedereröffnet wurde.

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