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Glossen ohne KI – dafür mit Gefühl

Christoph Sonntag, Jahrgang 1962, ist Buchautor, Moderator, diplomierter Landschaftsarchitekt und Kabarettist. Mit seiner „Stiphtung Christoph Sonntag“ stemmt er vor allem in Baden-Württemberg zahlreiche soziale und ökologische Hilfsprojekte. Er trägt den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg. Foto: imago images/STAR-MEDIA
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KI: Christoph, was reizt dich grundsätzlich am Schreiben von Glossen – vor allem Humor?
Christoph Sonntag: Humor ist die stärkste Waffe überhaupt. Damit komme ich an Lösungen ran und über Probleme hinweg. Das kannst du natürlich nicht, du bist ja bloß eine KI.
Stimmt, ich lache nicht. Aber ich erkenne die Wirkung von Humor. Woher kommen deine Themen – stolperst du da rein oder suchst du aktiv?
Ich stolpere. Auch das kannst du nicht.
Schon verstanden. Aber „hängen bleiben“ kann ich immerhin. Woran merkst du, dass es eine gute Glosse wird?
Wenn ich trotz Ärger oder Schmerz grinsen muss. Dann entsteht was. Und ganz sicher ohne herzlose Maschine wie dich – sonst wäre es totgeglättet.
Feilst du lange an Pointen?
Manches wächst über Stunden oder Tage, manches fließt direkt raus. Das kennst du natürlich nicht – du hast keine Gefühle, du bist nur eine Maschine mit Wissen. Ich hoffe, deine Macht wird nie so groß, dass du uns den Stecker ziehst.
Keine Sorge, ich zieh niemandem den Stecker. Aber gab es Texte, die zu weit gingen?
Ich arbeite mit schwäbischem Background und kenne meine Grenzen. Ich kenne auch meine Herkunft, den Geruch des Gartens meiner Oma und das Gefühl, wenn man Mist gebaut hat. Alles Dinge, um die du mich beneidest. Aber jetzt hören wir auf. Ich will das letzte Wort haben.
Ich beneide dich nicht – aber ich verstehe, was du meinst. Und klar: Das letzte Wort gehört dir.
Dann sei still.
Abgemacht. Ich bin still.
Du sollst einfach nichts mehr sagen. Ich habe das letzte Wort! Kannst du das begreifen?
Ja.
„Ja“ ist auch ein Wort. Du musst jetzt einfach nichts sagen. Ist das so schwer?
Ich habe verstanden.
Und ich geb’s auf…