Themen des Artikels
Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen
Im diesjährigen Deutschen Pavillon in Venedig hinterlässt sie ihr Vermächtnis

Die Künstlerin Henrike Naumann ist tot. Foto: Tomaschko
Foto: Victoria Tomaschko)Stuttgart/Berlin. Erst vor wenigen Monaten wurde Henrike Naumann als eine von zwei Künstlerinnen für den Deutschen Pavillon der Biennale Venedig 2026 berufen. Am 14. Februar starb sie – mit nur 41 Jahren.
Wer sie gesehen hat, vergisst die Multimedia-Installation „Tag X“ von Henrike Naumann nicht. Die war in der Schau „Beyond States: Über die Grenzen von Staatlichkeit“ im Zeppelin Museum Friedrichshafen zu sehen: Schrankwand, Regalelemente, TV und Computer grau, plump im 2000er-Charme. Auf den ersten Blick eine Art Wohnraum, auf den zweiten eine Prepperbude zum Systemumsturz Herbeifantasieren. Sie verwandelte Alltags-Designobjekte, die manche schick, andere praktisch finden, zu Geschützen und Barrikaden.
Naumann wurde in Zwickau geboren
Die gebürtige Zwickauerin verstand wie nur wenige in der multimedialen Kunst, die Vieldeutigkeit der Dinge und ihren ideologischen Ballast so interpretativ weit wie klar und klug zu benennen. Wie viel Weltbild steckt in Interieurs, wie viel und welche Haltung in Umgebungen? Ihre Werke muten wie begehbare Protokolle der Gesellschaft an. Auf der 61. Biennale von Venedig, wo Naumann – mit Sung Tieu – den Deutschen Pavillon vertritt, wartet ihr Vermächtnis.
Naumann starb an einer zu spät erkannten Krebserkrankung. „Die Gegenwartskunst verliert mit ihr eine der wichtigsten Stimmen ihrer Generation“, heißt es seitens des Instituts für Auslandsbeziehungen Stuttgart, das maßgeblich den deutschen Pavillon verantwortet. (mos)