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KulturRegion Stuttgart

Mit Pop neue Möglichkeiten eröffnen

Die Gegenwart jüdischen Lebens in der Öffentlichkeit sichtbar machen ist eines der Ziele eines neuen Projektes der KulturRegion Stuttgart. An diesem Wochenende gibt es dazu unter anderem Musik und eine Podiumsdiskussion.

Der Leiter des Projekts Ogman (links) beim Live-Podcast in Stuttgart.

KulturRegion Stuttgart)

Stuttgart. „Jüdisches Leben ist nicht abgeschlossen in der Vergangenheit, sondern wirkt in der Gegenwart“, sagt Robert Ogman. Er ist Leiter eines auf zwei Jahre angelegten Sonderprojekts der KulturRegion Stuttgart: Seit Februar 2023 hat sie sich dem Thema „Jüdische Geschichte und Kultur in der Region Stuttgart“ verschrieben.

Kooperationspartner ist die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW), finanziert wird das Projekt mit Mitteln des Verbands Region Stuttgart. „Wir wollen die Gegenwart jüdischen Lebens in der Öffentlichkeit sichtbar machen, um ihm eine Zukunft zu geben“, so Ogman.

Ein Thema ist der Einfluss der jüdischen Kultur auf die Pop-Kultur

An diesem Wochenende lässt sich das in Stuttgart ganz praktisch erfahren: Der DJ und Musiker Yuriy Gurzhy präsentiert in der White Noise Bar in Stuttgart „Klezmer Electro meets Funky Shtetl“ im Rahmen der About Pop Convention; die Podiumsdiskussion „Jewfluence“ mit der Autorin Mirna Funk, Gurzhy und der Chanson-Sängerin Vivian Kanner geht dem jüdischen Einfluss auf die Kultur nach, wie jüdische Sichtweisen und Erfahrungen den Diskurs in der Pop-Kultur mitbestimmen und bereichern.

Dass das Gespräch im Rahmen von About Pop, dem zweitägigen Festival für Popkultur, Musikwirtschaft, Jugendkultur und Nachtleben in Stuttgart und Region stattfindet, eröffnet dem Projekt neue Möglichkeiten. „Wir wollen auch bei anderen Veranstaltungen mitwirken“, so Ogman. Auch bei der Comic-Con Stuttgart war man schon mit dabei. „Wir erreichen so ein breiteres Publikum, das vielleicht nicht zu einem jüdischen Festival geht, aber über ein anderes Thema einen Zugang findet.“

Dass jüdisches Leben in der Region verwurzelt ist, zeigt die Seite „Jewish Places“.  Die Website wird von der Stiftung Jüdisches Museum Berlin unterhalten und zeigt deutschlandweit „jüdische Orte“. In einem „Edit-a-thon“, einer Recherche- und Schreibwerkstatt, wurden innerhalb des Projekts der KulturRegion Orte jüdischen Lebens in der Region Stuttgart zusammengetragen und auf der Karte sichtbar gemacht.

Karte zeigt Orte jüdischen Lebens und erzählt Geschichten

„Man kann nicht über die Gegenwart sprechen ohne die Vergangenheit“, sagt Ogman. „Über die Karte lassen sich Orte und Geschichten zeigen, um jüdische Kultur zu beleuchten, um zu zeigen, wie Stadt und Gesellschaft von jüdischer Kultur immer beeinflusst wurden.“

In einem weiteren, längerfristigen Projekt lernen Schüler jüdisches Leben in der Region kennen und halten ihre Begegnungen mit jüdischer Alltagskultur – vom Sportverein über Feste bis zu Musik – in Filmen fest, die im Herbst in Programmkinos der Region präsentiert werden. „Die Menschen in der Region sollen zusammenkommen, jüdisches Leben gestärkt werden und ein Austausch stattfinden“, sagt Ogman. „Es geht darum, dass jüdisches Leben ’normal‘ ist, dazugehört.“ 

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