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Ausstellung

„Vollformat“: Urban Art im ehemaligen Konsulat in Stuttgart

Mit „Vollformat“ haben 37 Künstlerinnen und Künstler ein ehemaliges Konsulatsgebäude in Stuttgart in einen Ausstellungsort verwandelt. Das Projekt knüpft an das PFFFestival an, mit dem seit 2022 großformatige Kunstwerke im Stadtraum entstehen.
Raum mit bunten Wanddekorationen, zwei Fenstern und einer Vase auf einem Podest.

In der Ausstellung sind die Kunstwerke noch bis 17. Oktober zu sehen, dann wird das Gebäude kernsaniert.

Regine Gerst)

Stuttgart. Graffiti und Urban Art sind längst nicht mehr nur Ausdruck einer Subkultur. Auch Städte entdecken die Kunstformen für sich, um Fassaden aufzuwerten und Quartiere zu beleben. In Stuttgart gibt es seit 2022 das PFFFestival. Initiiert und kuratiert wird es vom Stuttgarter Studio Vierkant. Mit großformatigen Murals bringt das Team Künstlerinnen und Künstler an die Fassaden der Stadt.

In diesem Jahr geht das Team einen Schritt weiter: Mit „Vollformat“ wurde auch ein ehemaliges Konsulatsgebäude in einen Ausstellungsort verwandelt.

Lichtschalter und Toiletten werden Teil der Arbeiten

37 Künstlerinnen und Künstler haben 31 Räume gestaltet. Das Ergebnis ist ein begehbares Gesamtkunstwerk. Wer durch das fünfgeschossige Haus geht, wechselt ständig die Perspektive: Hier leuchten geometrische Formen von Wand und Boden, dort wächst ein fantastischer Pflanzensalon aus der Wand, anderswo treffen fotografische Fragmente, Plastiken, Graffiti und Installationen aufeinander. Auch scheinbar nebensächliche Dinge wie Lichtschalter oder Toiletten werden Teil der Arbeiten. Die Künstler hatten nur wenige Tage Zeit, ihre Räume zu verwandeln.

Dass die Stadt Stuttgart diesen Weg mitgeht, zeigt sich nicht zuletzt an der Förderung: Für 2024 und 2025 war die städtische Unterstützung bereits von 70 000 auf 120 000 Euro jährlich erhöht worden. Im neuen Doppelhaushalt kommen nun weitere 46 000 Euro pro Jahr hinzu – trotz des strikten Sparkurses der Stadt.

Das Haus mit der Schau ist nur vorübergehend ein Kunstort

Die Murals im Stadtraum sind auf Dauer angelegt, das Haus im Stuttgarter Westen indes ist nur vorübergehend Kunstort. Nach Ende der Schau soll es kernsaniert werden; künftig sind dort Ateliers und Werkstätten vorgesehen.

Bis zum 17. Oktober kann man „Vollformat“ noch besichtigen. Wer das Projekt mit den Arbeiten des PFFFestivals im Stadtraum verbinden möchte, kann am 3. Oktober an einer Führung mit Studio Vierkant und der Kunstvermittlerin Lilian Contzen teilnehmen. Dabei geht es zunächst zu den einzelnen Murals, dann ins „Vollformat“.

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