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Vergessene Alltagsbegleiter

Was wurde eigentlich aus der Telefonkarte?

Einst unverzichtbar beim Telefonieren unterwegs, später begehrtes Sammelobjekt: Die Telefonkarte prägte eine ganze Ära. Heute ist sie weitgehend verschwunden – und weckt nostalgische Erinnerungen.
Telefonzelle mit Kartenschlitz, Telefonkarte und Tastatur. Rosa Hörer.

Das Ende einer Ära - Mit der Änderung des Telekommunikationsgesetzes wird die Versorgung der Bevölkerung mit Telefonzellen beendet. Erst fiel im November 2022 die Bezahlung mit Münzgeld weg und Ende Januar 2023 fällt die Bezahlung mit der Telefonkarte weg. Symbolfoto, Themenfoto Köln, 28.01.2023 *** The end of an era With the change of the telecommunications law the supply of the population with telephone booths is terminated First in November 2022 the payment with coinage fell away and at the end of January 2023 the payment with the telephone card falls away symbol photo, topic photo Cologne, 28 01 2023 Foto:xR.xSchmiegeltx/xFuturexImage

IMAGO/Robert Schmiegelt)

Wer in den 1990er-Jahren ohne Kleingeld unterwegs telefonieren wollte, brauchte Glück: eine freie Telefonzelle – und natürlich die passende Karte. Die Plastikkarte wanderte in den Schlitz, auf dem Display schmolz das Guthaben mit jeder Gesprächseinheit. War es aufgebraucht, blieb manchmal nur ein hastiger Abschiedsgruß. Nur die Warteschlange vor der Zelle blieb lästig.

Vom Zahlungsmittel zum Sammelobjekt

Ihre Karriere begann in Deutschland 1983 mit ersten Versuchen. Ab 1986 kamen Chipkarten an öffentliche Fernsprecher, ab 1990 bundesweit. Die Telefonkarte war nicht nur Zahlungsmittel, sondern auch Werbefläche und begehrtes Sammelobjekt. Ob Landschaften, Sportereignisse oder Firmenlogos: Die Motive waren so vielfältig, dass manche Karten lieber ins Album als in den Telefonapparat wanderten. Bis 2008 wurden nach Angaben der Telekom rund 700 Millionen Stück hergestellt.

Das Handy läutet das Ende ein

Mit dem Siegeszug des Handys verlor das Plastik seine Aufgabe. Ende Januar 2023 stellte die Telekom die Telefonkarten-Zahlung an ihren letzten öffentlichen Fernsprechern ein. Wer heute noch eine Karte in der Schublade findet, kann damit meist nur Erinnerungen aufladen. Sammler allerdings haben sie nicht vergessen. Und die Telefonzelle? Die hat inzwischen mitunter eine neue Berufung – als öffentlicher Bücherschrank.

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