Forschung

Neuer Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung gestartet

Mit dem Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung sollen Forschungsergebnisse für Sicherheit, Verteidigung und Resilienz schneller in die Anwendung kommen. Hier arbeiten Forschungsbereiche verschiedener Hochschulen, Start-Ups und Unternehmen eng zusammen. An diesem Montagnachmittag startete der Innovationscampus offiziell. 
Vier Personen in Anzügen, zwei halten bunte Tafeln an einer Wand.

Der Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung ist offiziell gestartet. Auf dem Foto von links nach rechts: der Rektor der Universität Stuttgart, Peter Middendorf, Ministerpräsident Cem Özdemir, Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und der Präsident des Karlruher Instituts für Technologie, Jan Hesthaven.

Universität Stuttgart / Uli Regenscheit)

Stuttgart. Auf dem Campus der Universität Stuttgart-Vaihingen hat Ministerpräsident Cem Özdemir gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (beide Grüne) den Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung offiziell eröffnet. Mit dem neuen Forschungscampus bündelt das Land seine Stärken im Bereich Sicherheit und Verteidigung und will alle relevanten Akteure zusammenführen. „Mit dem Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung tragen wir dazu bei, dass Europa bei entscheidenden Sicherheitstechnologien auf eigenen Füßen steht“, sagt Ministerpräsident Özdemir vor Gästen aus Wissenschaft, Unternehmen, Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr.

„Innovationen in der Sicherheits- und Verteidigungsbranche sind auf sehr schnelle Entwicklungsschritte angewiesen. Zugleich brauchen wir angesichts der geopolitischen Lage auch langfristige Strategien für technologische Souveränität und bestens ausgebildete Nachwuchskräfte. Beides müssen wir als Land in den Blick nehmen. Als zentrale Anlaufstelle für sicherheitsrelevante Forschung soll daher der neue Innovationscampus nicht nur die Aktivitäten unserer Hochschulen und Forschungseinrichtungen ermöglichen, stärken und bündeln, sondern auch als Netzwerk zwischen Unternehmen und Universitäten sowie als Anlaufstelle für Bundeswehr und andere Bedarfsträger wie Polizei, LKA, Verfassungsschutz oder THW dienen“, macht Wissenschaftsministerin Olschowski deutlich.

Neuer Hyperschallkanal für die Universität Stuttgart

So soll an der Universität Stuttgart mit einem neuen Hyperschallkanal eine europaweit einmalige Anlage entstehen, die Testverfahren und Strömungssimulationen für zivile und militärische Anwendungen erlaubt. Mit dem Innovationscampus entsteht ein vernetztes Ökosystem zwischen Grundlagenforschung, außeruniversitärer Forschung, Wirtschaft und Bedarfsträgern, das es uns ermöglicht, noch schneller aus der Forschung in die Anwendung zu kommen“, sagt Professor Peter Middendorf, Rektor der Universität Stuttgart.

Zu den Schwerpunkten des Innovationscampus gehören Themen wie Raumfahrt und sichere Weltrauminfrastrukturen, Cyber Security und resiliente Energienetze, Autonome Systeme, Mikroelektronik und Sensorsysteme sowie klinische Notfallversorgung und medizinische Resilienz. Erste Meilensteine sind die Entwicklung eines landesweiten Kompetenzatlas und die Ausschreibung von Innovation Challenges, durch die Forschungsfragen aus der Wirtschaft sowie aus Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben gezielt in die Wissenschaft getragen werden.

„In der neuen geopolitischen Realität geht es um nationale Sicherheit und strategische Souveränität. Dazu muss jeder Teil der Gesellschaft beitragen, was er kann. Hochschulen spielen dabei eine entscheidende Rolle: Sie liefern Lösungen und Zukunftstechnologien, um die Sicherheit der Zivilgesellschaft zu gewährleisten. Das KIT stellt sich dieser Verantwortung, und wir freuen uns, gemeinsam mit der Universität Stuttgart den Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung zu gestalten“, sagt Jan Hesthaven, der Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Marktplatz der Kompetenzen lädt zum Austausch ein

Der Marktplatz der Kompetenzen gab den rund 300 Gästen an diesem Nachmittag bereits einen Einblick in die Forschung und die Möglichkeiten. Etwa Drohnenforschung aus Karlsruhe. Ein neu gegründetes Startup präsentierte Satelliten und das Unternehmen Magirus aus Ulm, das bekannt für Feuerwehrfahrzeuge ist, zeigte auf, was es auch zum Katastrophenschutz und etwa bei Spezialfahrzeugen für Polizei und Militär leisten kann. Und das Deutsche Institut für Textil und Faserforschung zeigte anhand einer Schaufensterpuppe mit Uniform, wie die Forschung sich auch im Militärbereich einsetzen lässt. So können über Sensoren in der Kleidung Gase ermittelt werden.

Andere Forschungsprojekte und Startups befassen sich mit Fragen der Resilienz. Etwa wie die Stromversorgung gegen künftige Angriffe mit Quantentechnologie geschützt werden kann oder wie Kommunen sich insgesamt und ganzheitlich resilient aufstellen können und zeigen Schwachstellen auf. Olschowski betont: „Einen Schwerpunkt legen wir bewusst auf das Thema Resilienz. Denn in Baden-Württemberg gibt es die große Expertise in der Notfallmedizin und Versorgungsforschung.“

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