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Porträt der Woche

Berat Gürbüz will das Verhältnis zur CDU wieder verbessern

Berat Gürbüz aus dem Wahlkreis Biberach ist mit 23 Jahren das jüngste Mitglied der neuen Grünen-Fraktion im Landtag. 
Mann in Anzug spricht am Rednerpult, Text "Politischer Aschermittwoch Biberach".

Der 23-jährige Berat Gürbüz gehört zur Grünen-Landtagsfraktion im Landtag von Baden-Württemberg.

IMAGO/Arnulf Hettrich)

Er ist einer der Nutznießer der Wahlrechtsreform in der neuen Grünen-Landtagsfraktion: Berat Gürbüz hätte im Landkreis Biberach bei der Wahl am 8. März keine Chance auf ein Direktmandat gehabt, aber über die Landesliste ist der 23-Jährige ins Parlament eingezogen. Gewissermaßen politische Erfahrungen hat er als Vorsitzender des Landesschülerbeirats gesammelt, und vor großem Publikum zu bestehen hat er auch schon geschafft: Beim Aschermittwoch 2026 konnte er in der Biberacher Stadthalle sogar den früheren Bundesaußenminister Joschka Fischer beeindrucken. Der lobte den jungen Parteifreund, „der nur wenige Jahre älter ist als meine älteste Enkeltochter“, für den couragierten Auftritt und die rhetorischen Fähigkeiten.

Aufgewachsen ist der Sohn einer deutschen Mutter und eines türkischen Vaters in der 700-Einwohner-Gemeinde Füramoos. Früh war er „Teil des Dorflebens, beim Krippenspiel, in der Jugendkapelle und später im Fußballverein“. Die ländliche Region war seit Parteigründung ein interessantes Pflaster für die Grünen und ist ein Gegenbeweis für die These, sie seien nur oder fast nur in Städten, vor allem in Unistädten verankert. Von Füramoos sind es keine 20 Kilometer nach Maselheim , wo die Partei mit Elmar Braun zwischen 1991 und 2023 den Bürgermeister stellte. „Im Dorf habe ich gelernt“, erzählt Gürbüz, „wie wichtig starke Gemeinschaften für unsere Gesellschaft sind.“

Schon in der Schulzeit hat er sich vor Ort engagiert, stieg auf in den Landesschülerbeirat, der demokratisch legitimieren Vertreter von 1,5 Millionen Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg. Er ist freier Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung und Student – in der Hoffnung, Politik und Uni unter einen Hut zu bringen und bald einen Bachelor in der Tasche zu haben.

Die erste Fraktionssitzung in Stuttgart habe ihn beeindruckt, bekennt er. Eine Informationsflut sei auf ihn eingestürmt, „die erst verarbeitet werden muss“. Nicht ohne Stolz berichtet er, dass er immer noch auf seine Biberacher Rede angesprochen wird. Gürbüz gehört zu den vielen grünen Wahlkämpfern, die vor Ort die Kontakte zum alten und vermutlichen neuen Koalitionspartner wieder entspannen wollen. Der jüngste Grüne in der Fraktion erinnert an den „sehr fairen Wahlkampf“ mit dem direkt gewählten CDU-Verkehrsexperten Thomas Dörflinger – und genau daran will er anknüpfen. Nicht nur in der Freizeit, sondern gern von Aufwachen bis zum Schlafengehen hört Gürbüz Musik, Pop vieler Stilrichtungen. Und im Fitnessstudio stemmt er Gewichte. Auch keine schlechte Voraussetzung für das neue Engagement im 18. Landtag von Baden-Württemberg.

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