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Portrait der Woche

Die Landeswahlleiterin Cornelia Nesch

Seit 2018 ist Cornelia Nesch für Bundes-, Landtags- und Europawahlen zuständig. Und gerade jetzt in den Wochen vor der Landtagswahl am 8. März in Baden-Württemberg ist sie mit einem herausfordernden Urnengang beschäftigt. Denn diesmal dürfen erstmals auch 16 und 17-Jährige wählen und es sind erstmals bei der Landtagswahl auch zwei Stimmen zu vergeben. 
Eine Frau mit dunklem Haar und Blazer lächelt in die Kamera.

Für Landeswahlleiterin Cornelia Nesch startet das Jahr erneut turbulent: Am 8. März wird mit zwei Stimmen und erstmals ab 16 gewählt – das macht Organisation und Auszählung aufwendiger.

dpa/Bernd Weißbrod)

Schon wieder beginnt ein Jahr ganz und gar nicht gemächlich für Cornelia Nesch. Nach der vorgezogenen Bundestagswahl 2025 ist die 57-Jährige Landeswahlleiterin abermals mit einem herausfordernden Urnengang beschäftigt. Am 8. März dürfen in Baden-Württemberg nicht nur schon 16- und 17-Jährige wählen . Vor allem sind erstmals statt nur einer zwei Stimmen zu vergeben. Aufwändiger sind Vorbereitung und ordnungsgemäße Durchführung der Wahl, aufwändiger wird danach auch die Ergebnisfeststellung sein – angesichts der neuen Landeslisten der Parteien.

Arbeit im Maschinenraum der Demokratie

2018 hat Nesch Christiane Friedrich abgelöst und arbeitet seither im Maschinenraum der Demokratie. Nesch hat, wie sie selber sagt, zwei Hüte auf, denn sie ist im Innenministerium auch Leiterin des Referats „Verfassung, Parlamentswahlen, Recht“. Beim Land arbeitet die Diplom-Verwaltungswirtin mit einem abgeschlossenen Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen seit 2003. Zwei Jahre lang war sie Rechts- und Ordnungsamtschefin im Landratsamt des Zollernalbkreises, ehe sie 2005 nach Stuttgart ins Innenressort wechselte. Unmittelbar nach ihrem Studium hatte sie Erfahrungen am Rechtsinstitut der Universität Hohenheim und als Rechtsanwältin gesammelt.

Zwischen Organisation und Bürgerinformation

An ihrer gegenwärtigen Tätigkeit schätzt sie die Vielfalt („Es gibt immer was Neues“), die vielen unterschiedlichen Kontakte mit Akteuren vor Ort. Gerade in den die Wochen vor einer Wahl ist sie als Fachfrau gefragt, erklärt gern und immer wieder, wie viele Wahlberechtigte aufgerufen sind, einen neuen Landtag zu wählen – 7,7 Millionen -, dass Interessierte nicht nur das Geschehen im Wahllokal, sondern auch die Auszählung der Briefwahlstimmen und die Sitzungen aller Wahlausschüsse vor Ort mitverfolgen können, oder dass man ins Wahllokal seine Wahlberechtigung mitnehmen muss.

Verfassungsschutz sieht Bedrohung durch Desinformation

Eine Entwicklung gib Nesch zu denken. „Nach Einschätzung des Landesamts für Verfassungsschutz sind qualitativ gut orchestrierte Desinformationskampagnen, insbesondere im Vorfeld von Wahlen, grundsätzlich eine ernstzunehmende Bedrohung“, berichtet sie von Erfahrungen aus dem In- und Ausland: „Deutsche Landtagswahlen bilden für fremdstaatlich gesteuerte Desinformation aber keinen Aktionsschwerpunkt.“

Freizeit ist knapp in diesen Wochen, weshalb das arbeitsintensive Hobby des Fagottspielens derzeit zu kurz kommt. In einem kleinen Dorf ist sie groß geworden, erzählte sie, und hat schon in sehr jungen Jahren im Musikverein Flügelhorn und Trompete gespielt. Ein Fagott wurde angeschafft und faszinierte sie sofort. Warum? „Ich liebe den Klang“, sagt sie, und dass das Instrument so anspruchsvoll ist und sehr viel Üben verlangt.

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