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Atommüll

Endlagersuche: Zwei Gebiete im Südwesten sind noch Prüfprozess

Es werden bundesweit immer weniger Gebiete, die möglicherweise für ein Endlager in Frage kommen könnten. Im Südwesten sind noch zwei Bereiche im Nord- und Südschwarzwald übrig geblieben. Hier stehen noch weitere Prüfungen aus. 
Zwei Personen mit Helmen betrachten große blaue Tanks in einer Halle.

Noch sind die hochradioaktiven Brennelemente in Castorbehältern in Zwischenlagern. Doch bis 2050 soll in Deutschland ein Endlager gefunden sein, wo sie dann sicher und auf Dauer eingelagert werden sollen.

dpa/Caro/Bastian)

Stuttgart/Peine. Die Bundesgesellschaft für die Endlagerung (BGE) hat an diesem Dienstag den nächsten Schritt ihrer Prüfungen veröffentlicht. Im Auswahlverfahren sind – nach anfänglich mehr als 50 Prozent der Bundesfläche – jetzt nur noch weniger als fünf Prozent des Bundesgebiets. Den aktuellen Stand macht die BGE in einem Navigator für die Endlagersuche sichtbar. Die BGE betont, dass sie strikt nach geologischen Kriterien vorgeht. Die BGE hat nun zum letzten Mal einen aktuellen Arbeitsstand zur Endlagersuche veröffentlicht. Im nächsten Jahr sollen die Standortregionen für die Erkundung vorgeschlagen werden.

Zuletzt waren in Baden-Württemberg noch vier Gebiete in der Auswahl. Jetzt sind es noch zwei. Das Gebiet bei Mannheim/Heidelberg und das Gebiet bei Ulm/Schwäbische Alb haben den vierten Prüfschritt nicht bestanden. Sie werden damit nicht mehr weiter untersucht. Geprüft werden allerdings noch zwei Gebiete im Nord- und Südschwarzwald. Diese sind bislang noch nicht aus dem Verfahren ausgeschieden. Damit bleibt Baden-Württemberg, ebenso wie Bayern Teil der laufenden Suche für ein Endlager, das die 27 000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll aufnehmen soll. Dieser ist in den 60 Jahren angefallen, in denen in Deutschland die Atomkraft genutzt wurde. Die Brennstäbe werden derzeit in extra gesicherten Zwischenlagern, meist auf dem Gelände der Atomkraftwerke gelagert. Etwa in Neckarwestheim , das Umweltstaatssekretär Andre Baumann (Grüne) in diesem Sommer besucht hatte.

Die Gebiete, die für eine Endlagerung derzeit noch infrage kommen, liegen in Süddeutschland sowie in Nord- und Ostdeutschland. Bereits komplett aus der Suche der BGE herausgefallen sind das Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin und Sachsen.

Granit, Ton und Salz gelten als geeignet

Die BGE prüft die Gebiete auf geologische Sicherheit. Grundsätzlich gelten Granit, Ton- und Salzgestein als für die Endlagerung geeignet. Dabei werden die Sicherheitsanforderungen mit jedem weiteren Prüfschritt erhöht, weshalb im Lauf des Prozesses immer mehr Gebiete herausfallen. Nicht infrage kommen auch Gebiete, in denen früher Vulkane aktiv waren, in denen die Gefahr von Erdbeben besteht oder in denen früher Bergbau betrieben wurde. Wie nah ein für ein Zwischenlager geeignetes Gebiet an einer Großstadt oder einem Ballungsraum liegt, wird erst in einem späteren Verfahren geprüft.

“ Wir werden die Flächen bis Ende 2027 weiter einengen, bis nur noch wenige Standortregionen im Rennen sind, die wir für die Erkundung vorschlagen. Die heutige Veröffentlichung schafft zugleich frühzeitige Transparenz für die Menschen in Deutschland“, sagt Iris Graffunder, Vorsitzende der Geschäftsführung der BGE. Denn n och sind die Ergebnisse des BGE allerdings nicht abschließend. Erst Ende des kommenden Jahres sollen für die Endlagersuche konkrete Regionen für eine Erkundung vorgeschlagen werden. Dann sind Bundestag und Bundesrat am Zug.

Ende 2027 sollen Regionen für eine nähere Erkundung vorgeschlagen werden

Ziel der Endlagersuche ist es, den Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für das Endlager für hochradioaktive Abfälle zu ermitteln. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dem laufenden Standortauswahlverfahren einen hervorragenden Standort für die hochradioaktiven Abfälle in Deutschland finden werden“, sagt Iris Graffunder.

Langsam wird das Auswahlverfahren konkreter. „Für die betroffenen Landkreise und Gemeinden ist es jetzt wichtig, dass sie sich fachlich mit der eigenen Eignung als potenzielle Standortregion beschäftigen. Sie haben in den folgenden Monaten die Möglichkeit, sich mit den Arbeitsständen vertieft auseinanderzusetzen und sich auf den Austausch mit BGE und den Bürgerinnen und Bürgern vorzubereiten, um dann mit dem Standortregionen-Vorschlag Ende 2027 rechtzeitig aktiv werden zu können“, sagt Florian Krob,  Senior Researcher im Bereich Nukleartechnik und Anlagensicherheit beim Öko-Institut. Das Öko-Institut begleitet bereits Kommunen und Landkreise auf diesem Weg. 

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