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In Sachen Forschung will der Südwesten an der Spitze bleiben

Baden-Württemberg ist traditionell deutscher Spitzenreiter bei Forschungsausgaben. 27 Prozent der bundesweit zur Verfügung gestellten Gelder fließen in den Südwesten. Auch in der neuen Legislaturperiode soll dies so bleiben.
Mehrere Personen im Freien, eine hält ein Smartphone hoch.

Bundeskanzler Friedrich Merz beim Spatenstich zum IPAI Campus in Heilbronn. Dort soll die KI-Forschung vorangetrieben werden.

dpa/Jan-Philipp Strobel)

Stuttgart. „Baden-Württemberg steht 2036 für eine Wissenschafts- und Innovationskultur, die Talente anzieht, den wissenschaftlichen Fortschritt antreibt und Wohlstand schafft“, prognostizierte die CDU in ihrem Landtagswahlprogramm mit dem Titel „Agenda der Zuversicht“. Winfried Kretschmann (Grüne), inzwischen Ministerpräsident a. D., konterte mit dem Hinweis, dass das Land bereits seit den Achtziger-Jahren und Lothar Späth (CDU) genau diesen Ruf genieße.

Baden-Württemberg steht sieben Prozentpunkte vor Bayern

Tatsächlich sogar vor Bayern, das laut Statistischem Landesamts auf Platz zwei rangiert mit 20 Prozent der Fördergelder, also sieben Prozentpunkte weniger als Baden-Württemberg. Selbst Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) würdigte bei seinem Antrittsbesuch im Oktober „die herausragende Rolle des Landes als führende Wirtschafts- und Wissenschaftsregion Europas“.

In ihrem neuen Koalitionsvertrag versprechen Grüne und CDU konkret die Fortschreibung der erfolgreichen Hochschulfinanzierungsvereinbarungen ab 2031 für – den bisherigen Zyklen entsprechend – sieben Jahre (siehe Kasten). Die Landesregierung will „auf Verlässlichkeit, Leistungsorientierung und eine auskömmliche Finanzierung als Grundlage für exzellente Forschung und Wissenschaft“ setzen.

Wie alle Vorhaben steht auch dieses unter einem Haushaltsvorbehalt. Dennoch sind Einzelheiten festgeschrieben: „Die Grundfinanzierung wird dynamisch wachsend ausgestaltet und basiert auf Leistungs- und Belastungskriterien.“ Ebenso würden die Energiekosten sowie Finanzierungslücken infolge technischer Entwicklungen und Drittmittelerfolge angemessen berücksichtigt und die konkreten Parameter gemeinsam mit den Hochschulen entwickelt.

Detailliert sind auch die Pläne zur Schaffung neuer Studienplätze in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowie Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Erziehung und Bildung zur Sicherung von Fachkräften in den jeweiligen Bereichen. „Wir stärken insbesondere die Humanmedizin durch den finanzierten Ausbau um bis zu 170 zusätzliche Studienplätze an den bestehenden Medizinischen Fakultäten, um dem Ärztemangel insbesondere in der Fläche zu begegnen und die Versorgungssicherheit nachhaltig zu stärken“, heißt es weiter unter Bezugnahme auf die Landarztquote, der „ein Teil“ dieser Studienplätze zugutekommen soll.

Studierendenwerke sollen mehr Geld bekommen

Außerdem würden die Kapazitäten in medizinnahen Studiengängen wie Digital Health, Public Health/Prävention und Biomedizin „gezielt erhöht“ und die Studienbedingungen im Praktischen Jahr der Humanmedizin verbessert. Grün-Schwarz will sich für eine bundesweit klare Arbeitszeitregelung, verbindliche Qualitätsstandards für die praktische Ausbildung sowie eine gute Betreuung einsetzen.

Schon im Wahlprogramm hat die CDU zudem beste Studien- und Lehrbedingungen „an unseren weltweit renommierten Universitäten und Hochschulen“ in Aussicht gestellt dank einer gestärkten personellen Ausstattung, Spitzenberufungen sollten erleichtert und Investitionen „in hervorragende Studienbedingungen“ angestoßen werden, womit auch die Studierendenwerke umfasst seien. Zudem würden zusätzliche bezahlbare Wohnheimplätze geschaffen. Auch den Grünen ist das Thema wichtig. In ihrem Wahlprogramm kündigten die Grünen ebenfalls an, die Landeszuschüsse an die Studierendenwerke zu erhöhen und zu dynamisieren. Dies ermögliche, preiswerten Wohnraum, Mensamahlzeiten und Angebote für studentisches Leben bereitzuhalten.

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