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Justiz wirbt mit Kampagne um Personal

In Videos stellen Staatsanwälte oder Justizvollzugsmitarbeiter ihren Berufsalltag vor.
IMAGO/YAY Images; Screenshot: seiamstaat; Montage: Herrgoß)Stuttgart. Das Justizministerium geht neue Wege in der Nachwuchsgewinnung: Seit Mai 2025 wirbt es mit der Kampagne „Sei am Staat. Für Gerechtigkeit.“ um junge Talente – online, auf einer eigenen Website und in den sozialen Medien. Vor allem auf Instagram setzt das Ministerium auf moderne Ansprache und authentische Einblicke, um Interesse an den juristischen Berufen im Staatsdienst zu wecken. Die Kampagne vermittelt mithilfe persönlicher Erfahrungsberichte einen Eindruck vom Arbeitsalltag bereits Beschäftigter und teilt Informationen zu den Karrierewegen. So sollen Einstiegsmöglichkeiten zielgruppengerecht und praxisnah kommuniziert werden.
Erfahrungsberichte helfen bei Entscheidungen
Gleichzeitig präsentiert sich die Justiz Baden-Württemberg als attraktiver Arbeitgeber und setzt dabei auf ein professionalisiertes und weiter ausgebautes Verfahren zur Personalgewinnung. Um Interessierten ein möglichst differenziertes und realistisches Bild der Justizberufe zu vermitteln, wurden im Rahmen der Kampagne unter anderem Videoporträts veröffentlicht. Ergänzend dazu geben Videointerviews persönliche Einblicke in den Berufsalltag. Darüber hinaus werden umfassende Informationen zu den einzelnen Berufsbildern bereitgestellt, um transparent über Aufgaben und Perspektiven aufzuklären.
Für Studierende der Rechtswissenschaften gibt es zudem die Möglichkeit, sich auf ein Gruppenpraktikum zu bewerben. Dort können Studierende mehrere Wochen Richter oder Staatsanwälte bei ihrer Arbeit begleiten, an Gerichtsverhandlungen und Fachvorträgen teilnehmen sowie Vollzugsanstalten, Fachgerichte oder Bundesgerichte besuchen. Unter anderen wird auch der Beruf des Staatsanwalts bei der Kampagne vorgestellt: „Wir haben einen besonders hohen Bedarf an Staatsanwälten, weil die Verfahrenszahlen angestiegen sind“, so Gentges. Die Kampagne läuft also weiter und Interessierte können sich ungezwungen informieren.
Steigende Nachfrage nach Justizberufen
Nach knappen zehn Monaten zeigt sich: Die Kampagne hat offenbar Wirkung. Justizministerin Marion Gentges (CDU) berichtet von Rückmeldungen der Oberlandesgerichte, wonach die Initiative in Bewerbungsgesprächen zunehmend thematisiert werde: „Wir haben gute Einstellungszahlen“, so Gentges.
Demnach ist die Zahl der Bewerbungen für den höheren Justizdienst um knapp 30 Prozent gestiegen. Auch bei den Neueinstellungen verzeichnet die Justiz einen deutlichen Zuwachs : Ihre Zahl erhöhte sich um rund 40 Prozent – von 112 auf 184. Zudem wurden 25 Volljuristen als Amtsanwälte eingestellt.