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Kontroverse nach Baby-News

Landesbischof Gohl kritisiert Spahn wegen Leihmutterschaft

Der Unionsfraktionschef lehnt Leihmutterschaft ab - und wird selbst mit Hilfe einer Leihmutter im Ausland Vater. In den Fall Jens Spahn schaltet sich auch die evangelische Kirche ein.
Ein Mann in Anzug spricht am Pult mit der Aufschrift "BISCHOF".

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl kritisiert den Widerspruch zwischen politischer Haltung und persönlichem Handeln bei der Leihmutterschaft. Er warnt vor einem Vertrauensverlust in die Politik und verweist auf offene ethische Fragen.

dpa/ULMER)

Berlin/Stuttgart. Nach der Kritik aus der Politik schaltet sich auch die evangelische Kirche in die Debatte um Unionsfraktionschef Jens Spahn und Leihmutterschaft ein. Spahn und sein Ehemann Daniel Funke hatten bekannt gegeben, mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden zu sein.

In Deutschland gebe es ein klares Verbot der Leihmutterschaft, sagte der württembergische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl. „Wenn nun ausgerechnet ein Politiker öffentlich macht, dass er im Ausland Leihmutterschaft in Anspruch genommen hat, geht es auch um Doppelmoral und Glaubwürdigkeit.“

Wenn Worte und Handeln auseinanderfallen

Wer den Eindruck erwecke, dass politische Überzeugungen und persönliches Handeln nicht zusammenpassten, verliere Vertrauen, sagte Gohl. „Dies beschädigt auch das Vertrauen in Politik insgesamt.“ Aus dem Verhalten Einzelner könne schnell ein unbegründeter Generalverdacht gegenüber allen entstehen, die politische Verantwortung trügen. Davon profitierten am Ende Antidemokraten.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) beschäftige sich derzeit mit den ethischen Fragen rund um Leihmutterschaft. Dabei gehe es unter anderem um die Folgen für die beteiligten Frauen und Kinder.

Das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland werde allerdings häufig umgangen, sagte ein Sprecher der württembergischen Landeskirche. „Sehr stark umfahren wird es von einer Elite“ – also von Menschen, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügten.

Die Kritik ist deshalb so laut, weil Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und sich Spahns Partei klar gegen eine Legalisierung ausspricht, so wie in der Vergangenheit auch Spahn selbst. Der Hauptvorwurf lautet, der CDU-Politiker nutze privat Möglichkeiten, die er Menschen in ähnlicher Situation in Deutschland politisch nicht zugestanden habe. (dpa/lsw)

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