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KI-Einsatz

Künstliche Intelligenz im öffentlichen Dienst: Fünf Praxisbeispiele

Künstliche Intelligenz verändert den kommunalen Alltag. Immer mehr Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg setzen KI-Technologien ein oder testen innovative Anwendungen – von intelligenten Ampeln über digitale Bürgerassistenten bis hin zu Systemen für mehr Sicherheit. Fünf Beispiele verdeutlichen, welchen Einsatzbereiche es bereits jetzt für KI gibt.
Roboterhand hält Gehirn mit Aufschrift "KI" über gelber Tastatur.

Fünf Praxisbeispiele aus Baden-Württemberg, wie der öffentliche Dienst KI bereits einsetzt.

IMAGO/Christian Ohde)

KI als Aufsicht im Schwimmbecken

Im Panorama-Bad Freudenstadt wird gezielt in die Sicherheit der Badegäste investiert. Insgesamt 15 KI-gestützte Kameras überwachen die Wasserflächen der Becken in Echtzeit. Ziel ist es, potenziell kritische Situationen frühzeitig zu erkennen – insbesondere dann, wenn sie für das menschliche Auge nur schwer oder noch gar nicht wahrnehmbar sind.

Das System analysiert kontinuierlich die Bewegungsmuster im Wasser und erkennt beispielsweise, wenn sich eine Person unter der Wasseroberfläche ungewöhnlich lange nicht bewegt oder auffällige Verhaltensweisen zeigt, die auf eine beginnende Notsituation hindeuten. Im Ernstfall wird das Aufsichtspersonal in Echtzeit über Smartwatches alarmiert, sodass es umgehend eingreifen kann.

Die KI ersetzt dabei keineswegs die Badeaufsicht. Sie dient ausschließlich als unterstützendes System, um die Sicherheit im Badebetrieb weiter zu erhöhen.

KI-Chatbot hilft Bürgern weiter

Die Stadt Heilbronn hat auf ihrer Website den KI-gestützten Chatbot „Kilian“ eingeführt. Der virtuelle Assistent beantwortet Fragen rund um Heilbronn – von Öffnungszeiten und Verwaltungsdienstleistungen bis hin zu lokalen Veranstaltungen. Er ist auf der städtischen Homepage sowie auf den Internetseiten der Abfallwirtschaft und der Feuerwehr verfügbar.

„Kilian“ kommuniziert neben Deutsch in 18 weiteren Sprachen und kann seine Antworten auf Wunsch auch in einfacher Sprache formulieren. Um Anfragen zu verstehen und passende Informationen bereitzustellen, greift der Chatbot auf eine umfangreiche Datenbasis mit städtischen Informationen zurück. So sollen Bürger schnell und unkompliziert Antworten auf ihre Anliegen erhalten.

Ampeln erkennen Fußgänger automatisch

In der Konstanzer Bodanstraße wird eine KI-gestützte Ampeltechnologie erprobt, die Fußgänger automatisch erkennt und die Ampelschaltung intelligent anpasst. Das System erfasst herannahende Personen, berechnet ihre voraussichtliche Gehgeschwindigkeit sowie die Zeit, die sie zum Überqueren der Straße benötigen, und reagiert entsprechend.

Die Technologie wird derzeit an zwei sogenannten Bedarfsampeln getestet. Mithilfe Künstlicher Intelligenz analysiert sie Bewegungsmuster und erkennt bereits im Vorfeld, ob eine Person die Straße überqueren möchte. Dadurch kann die Fußgängerampel selbstständig auf Grün schalten, noch bevor der Ampelüberweg erreicht ist – ein Betätigen des Ampelknopfs ist somit nicht mehr erforderlich.

Durch die bedarfsgerechte Steuerung lässt sich der Verkehrsfluss effizienter gestalten und der Komfort für Fußgänger erhöhen. Darüber hinaus bietet das System die Möglichkeit, bestimmte Personengruppen oder Situationen gezielt zu berücksichtigen. So können Fußgehende beispielsweise bei Regen bevorzugt behandelt werden, indem ihre Wartezeit an der Ampel verkürzt wird.

Mannheim setzt KI für mehr Sauberkeit ein

Im Rahmen eines Pilotprojekts sollen mithilfe optischer Sensoren auf kommunalen Fahrzeugen automatisiert Daten zur Sauberkeit im öffentlichen Raum erfasst werden. Die gewonnenen Informationen sollen künftig Grundlage für die Einsatzplanung der Stadtreinigung sowie für strategische Entscheidungen im Bereich der Stadtsauberkeit bilden.

Das System erfasst unterschiedliche Arten von Abfällen im öffentlichen Raum – von großflächigen Ablagerungen wie Sperrmüll bis hin zu kleinteiligem Littering, beispielsweise Zigarettenkippen oder Verpackungen.

Das System „Cortexia“ ist außen an der Fahrerkabine montiert und erfasst den Bereich von Straße und Gehweg. Es erkennt vorallem kleinteiligen Müll. Das System „Datafleet“ ist hinter der Windschutzscheibe der Fahrzeuge installiert und erfasst den Straßenraum aus der Perspektive des Fahrers. Mithilfe Künstlicher Intelligenz erkennt es unter anderem Sperrmüllablagerungen und beschädigte oder beklebte Verkehrszeichen.

Im Notfall muss es schnell gehen

Der DRK-Rettungsdienst Ravensburg hat ein KI-gestütztes System getestet, das Einsatzkräfte bei der Ortung von Notfallorten unterstützen soll. Kommt eine Förderung für das DRK Bodensee-Oberschwaben zustande, könnte das Projekt künftig in ganz Baden-Württemberg eingesetzt werden.

Die Technologie soll zum Einsatz kommen, wenn eine Standortübertragung per Handy-GPS nicht möglich ist oder der Anrufer der Notfallnummer nicht genau weiß, wo er sich befindet. In diesem Fall wertet die KI markante Ortsbeschreibungen wie beispielsweise „Kirche“ oder „Brücke“ aus, um den Einsatzort möglichst präzise einzugrenzen. Bislang wurde das System ausschließlich in einer simulierten Umgebung erprobt.

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