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Porträt der Woche

Kunststaatssekretärin Nese Erikli

Die 44-jährige Grüne aus Konstanz kennt den neuen Ministerpräsidenten schon seit 30 Jahren.
Eine Person in gestreiftem Blazer vor weißem Hintergrund.

Nese Erikli ist die neue Kunststaatssekretärin.

pressefoto Lena Lux)

Zwei Ministerien der neuen Landesregierung werden von einer weiblichen Doppelspitze geführt: das eine für den ländlichen Raum mit Marion Gentges und Sarah Schweizer (beide CDU), das andere ist das Wissenschaftsressort mit Petra Olschowski und Nese Erikli (beide Grüne) als neuer Kunststaatssekretärin. Die gebürtige Heilbronnerin ist Landtagsabgeordnete in Konstanz und kennt den neuen Ministerpräsidenten schon lange – seit einem Besuch in Bonn vor mehr als 30 Jahren bei einem jungen grünen Bundestagsabgeordneten namens Cem Özdemir.

Spannende Tage in der Bundeshauptstadt

Erikli ist alleinerziehende Mutter und kam über Haupt- und Realschule ins Wirtschaftsgymnasium bis zum Abitur. Allein die Reise in die damalige Hauptstadt zeugt vom Ehrgeiz: Die Schülerin hatte bei einem Kulturfestival in Heilbronn gejobbt, an einem Wettbewerb teilgenommen und als Preis den ausführlichen Besuch des Bundestags eingeheimst. Bis heute erinnert sie sich an die spannenden Tage und wie das ihr Interesse an Politik entfachte.

In Konstanz und Linz studierte die Tochter alevitischer Eltern Jura bis zum Abschuss, bestand aber nur den universitären Teil des Staatsexamens. Sie arbeitete danach unter anderem im Stiftungsmanagement beim „Blauen Kreuz“, der Suchthilfeorganisation in der Schweiz.

Vor gut einem Vierteljahrhundert trat Erikli den Grünen bei und wurde Mitglied im Konstanzer Kreisvorstand. Vor der Landtagswahl 2016 machte sie sich nicht nur Freunde in der eigenen Partei, als sie den langjährigen Bildungsexperten Siegfried Lehmann bei der Kandidatenaufstellung herausforderte. Der hatte 2011 erstmals in Konstanz das Direktmandat für seine Grünen geholt. Trotzdem zog er den Kürzeren und seine Nachfolgerin 2016 mit knapp 40 Prozent der Stimmen in den Landtag ein.

Streit um Mietpreisbremse mit Razavi

Erikli ist große Befürworterin einer strengen Mietpreisbremse. In der vergangenen Legislaturperiode stellte sie sich offensiv gegen CDU-Bauministerin Nicole Razavi, nachdem aus ihrem Haus die Entscheidung kam, dass Mannheim oder Konstanz aus der Mietendeckelung herausfallen sollten. Und die Staatssekretärin ist – auch ausweislich ihres Engagements in den sozialen Medien – gut vernetzt in der Kunst- und Kulturszene.

Der neue Ministerpräsident hat ihr in seiner ersten Regierungserklärung einen Stein in den Garten geworfen, einen ziemlich riesigen jedoch. Özdemir zitierte Lothar Späth als Maßstab für das, „was unser schönes Baden-Württemberg auch ausmacht“ mit dem Satz, dass „hinter High-Tech High-Culture“ geschaltet werde. Ihr aktuelles Lieblingsstück ist jedoch eher dem Geschmack ihrer Tochter geschuldet: Es handelt sich um Sebastian Schwabs „Räuber Hotzenplotz“ im Großen Haus in Stuttgart.

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