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Software

Neue Migrations-Software kostet Land mehr als 18 Millionen Euro

Baden-Württemberg hat seine IT für die Flüchtlingsverwaltung komplett erneuert. Die Kosten sind erheblich. Ärgerlich ist aus Sicht des Landes die Informationspolitik des Bundes.
Laptop mit geöffneter Programmieroberfläche, Code auf Bildschirm. Tastatur sichtbar.

Bei der Umstellung auf die neue Software wurden die Datensätze von mehr als 850.000 Menschen aus dem Altsystem übertragen. (Symbolfoto)

Pexels/Pixabay)

Stuttgart. Die Entwicklung einer neuen zentralen Software für die Migrationsverwaltung in Baden-Württemberg hat bis Ende 2025 mehr als 18,8 Millionen Euro gekostet. Allein für das laufende Jahr rechnet die Regierung mit weiteren Kosten von rund 5,5 Millionen Euro, wie die Landesregierung in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht für den Landtag mitteilte. Das neue System mit dem Namen „digitale Migrationsverwaltung Baden-Württemberg“ (diMig) löste im Oktober 2025 den seit 2008 genutzten Vorgänger „MigVIS“ ab.

Die neue Software ist dem Bericht zufolge das zentrale Arbeitsinstrument der Regierungspräsidien für Migranten; auch kommunale Behörden nutzen es. Bei der Umstellung wurden die Datensätze von mehr als 850.000 Menschen aus dem Altsystem übertragen.

Bund schaltet System ab

Ein wesentlicher Kostenpunkt war mit rund 5,3 Millionen Euro die landesweite Einführung einer neuen Technik zur Registrierung von Schutzsuchenden. Nötig war sie geworden, weil der Bund sein bisheriges System Ende 2024 abgeschaltet hatte. Die verbleibenden rund 13,5 Millionen Euro flossen in die Entwicklung der eigentlichen Verwaltungssoftware diMig. Mit ihr werden unter anderem ausländerrechtliche Verfahren sowie die Verwaltung und Zuweisung in den Erstaufnahmeeinrichtungen bearbeitet.

Für die Zukunft rechnet das Justizministerium mit laufenden Kosten für Betrieb und Weiterentwicklung von rund drei Millionen Euro pro Jahr. In dem Bericht kritisiert die Landesregierung auch den Bund. Dieser stelle Informationen, Schnittstellenspezifikationen und Testsysteme oft so spät zur Verfügung, dass Anpassungen nur mit hohem zeitlichen Druck umgesetzt werden könnten. (epd)

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