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Porträt der Woche: Juli-Landesvize Akif Akyildiz

Akif Akyildiz hat türkische Wurzeln und kandidierte 2025 für den Bundestag.
Michael Schwarz)Im Hunsrück mag der Hund begraben sein, aber das ist noch lange kein Grund, hier keinen Wahlkampf zu machen. Zumal es in Rheinland-Pfalz viele ähnliche Ecken gibt und die Stimmen für die FDP ja irgendwo herkommen müssen. Deshalb steht Akif Akyildiz aus Friedrichshafen an diesem Dienstag auf dem Marktplatz von Kastellaun, einer Kleinstadt mit gut 5000 Einwohnern. Schließlich ist am Sonntag Landtagswahl und noch sitzt die FDP in Mainz in der Regierung.
Alles andere als eine erneute FDP-Schlappe wäre ein Wunder
Noch. Alles andere als eine weitere historische Schlappe wäre ein Wunder. Daran ändert auch nichts, dass der Juli-Vize aus Baden-Württemberg, der jetzt zwei Wochen Wahlkampf im Nachbarland macht, die Stimmung lobt. Besonders nett sei es am Wochenende gewesen, als man mit Jungen Liberalen aus der ganzen Republik durchs Land tourte. Viele machten sonst ganz andere Erfahrungen: In Berlin oder Hamburg werde man als FDP-Wahlwerber angepöbelt.
Wenn die Wahl vorbei ist, will der 26-jährige Heilerziehungshelfer den Mund noch weiter aufmachen. Seiner Ansicht führt an einer grundlegenden Neuausrichtung kein Weg vorbei. „Wenn sich nichts fundamental ändert, ist die FDP am 8. März gestorben.“ Es müsse Schluss sein mit der Klüngelei, bei der die besten Listenplätze vergeben werden. Die Partei dürfe programmatisch keine Kompromisse mehr machen. Und man dürfe sich nicht im Vorfeld einer Wahl wie in Baden-Württemberg auf die CDU auf einen Partner festlegen.
Der Juli-Landesvize ist ein Milei-Fan
Akyildiz würde persönlich zu einer „ Milei -Partei“ neigen, hat aber auch Freunde im öko- und sozialliberalen Lager. Ohnehin zeichnet der Sohn aus konservativ-türkischem Elternhaus durch große Offenheit aus. Hauptsache, sein Gegenüber kann überzeugen. Wie Cem Özdemir, den Akyildiz auf einer seiner letzten Wahlkampfauftritte beobachtete – ausgerechnet in Ehingen, der Heimat von Manuel Hagel.
„Supersympathisch“ sei Özdemir rübergekommen. Der mögliche neue Ministerpräsident mache ein Angebot für die Mitte der Gesellschaft, sagt Akyildiz, der ansonsten die Grünen kritisch sieht. „Was Habeck versucht hat,“ nämlich ein „Bündniskanzler“ zu werden, also einer, auf den sich alle verständigen können, „ist Özdemir gelungen.“