Schulversuch zu Leistungsrückmeldung in Grundschulen steht vor dem Aus

Seit dem Schuljahr 2022/2023 beteiligen sich Schulen an dem Projekt. In mehr als 40 Schulen werden unter anderem klassische Ziffernnoten durch differenzierte Rückmeldungen ersetzt.
IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON)Stuttgart. Die „bestmögliche Bildung für alle Kinder“ hatte die grün-schwarze Landesregierung 2021 versprochen. Nicht erst im Koalitionsvertrag, sondern bereits im Sondierungspapier stimmte die CDU zu, die „Entkoppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg ins Zentrum zu rücken“. Dennoch steht der Schulversuch „Lernförderliche Leistungsrückmeldung in der Grundschule“ (LLr) vor dem Aus.
Wie ein Sprecher des Kultusministeriums mitteilte, sind die Schulen Mitte März über eine Verlängerung nur noch bis zum kommenden Schuljahr informiert worden. In einem Jahr lägen die Ergebnisse der Evaluation vor, „und dann schauen wir, ob es weitergeht.“ Seit dem Schuljahr 2022/2023 beteiligen sich Schulen an dem Projekt. In mehr als 40 Schulen werden unter anderem klassische Ziffernnoten durch differenzierte Rückmeldungen ersetzt, um, so die Beschreibung, „die individuelle Lernentwicklung der Kinder stärker in den Fokus zu rücken“. Begleitet wird der Versuch wissenschaftlich vom Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW). Aus einem Zwischenbericht geht hervor, „dass Schülerinnen und Schüler an Modellschulen am Ende der 2. Klassenstufe von weniger Leistungsangst berichten“.
Außerdem gäben Lehrkräfte an, häufiger lernförderliche Leistungsrückmeldungen zu nutzen als die an den Vergleichsschulen. In ihrem Wahlprogramm 2026 spricht sich die CDU dennoch für Ziffernnoten und den „klaren Blick auf Leistung“ aus. Die Abschaffung werde abgelehnt, denn „Ziffernnoten, Lernstand 1 und 2 sowie der Kompass 4 geben klare Orientierung für Eltern, Lehrerinnen, Lehrer und Kinder“.
Das Kultusministerium verweist hier auf den Koalitionsvertrag der nächsten Landesregierung. Fest steht allein, dass das IBBW gegenwärtig eine Studie zur Gesamtbewertung vorlegen wird. Sie verfolgt das Ziel, „die Wirksamkeit des Schulversuchs hinsichtlich kognitiver Leistung in den Fächern Deutsch und Mathematik und nicht-kognitiver Variablen, wie Motivation, Selbstkonzept, Wohlbefinden aufseiten der Schülerinnen und Schüler“ zu untersuchen.