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Weiteres Verfahren beendet

Turnskandal: Nächster Vergleich vor dem Arbeitsgericht

Der Missbrauchsskandal am Stuttgarter Turn-Stützpunkt beschäftigt die Justiz seit rund eineinhalb Jahren. Nun kommt es zu einer weiteren Einigung. Der STB-Geschäftsführer nennt sie "unbefriedigend".
Holzgebäude mit Schildern "Kunst Turn Forum" und "DTB Pokal Stuttgart".

Im Stuttgarter Turnskandal haben sich der Schwäbische Turnerbund und ein zuvor gekündigter Trainer vor dem Landesarbeitsgericht auf einen Vergleich geeinigt. Der STB zahlt dem Trainer 60.000 Euro Abfindung und hält an den Kündigungsvorwürfen nicht fest.

dpa/Herbert Rudel)

Stuttgart. Im Stuttgarter Turnskandal ist ein weiterer juristischer Streit mit einem Vergleich zu Ende gegangen. Der Schwäbische Turnerbund (STB) zahlt einem zuvor gekündigten Trainer 60.000 Euro Abfindung. Darauf einigten sich die Parteien vor dem Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg.

Der Trainer war im Zuge der Missbrauchsvorwürfe am Kunst-Turn-Forum in Stuttgart im Januar 2025 gekündigt worden. Er ging juristisch dagegen vor und bekam vor dem Arbeitsgericht Stuttgart Recht. Das Arbeitsverhältnis werde ohne Verschulden einer Partei zum 30. Juni 2025 beendet, hieß es im Berufungsprozess vor dem Landesarbeitsgericht nun. Der STB halte an den Vorwürfen, die der Kündigung zugrunde lagen, nicht fest.

Außerhalb der Liegenschaften des STB darf der Trainer nach wie vor Turnerinnen trainieren. Der STB werde dagegen nicht intervenieren, hieß es.

STB-Boss Ranke: „Unbefriedigend“

Dem STB war es vor allem darum gegangen, das Arbeitsverhältnis mit dem Trainer zu beenden. „Unbefriedigend“ sei der Ausgang des Prozesses dennoch, sagte Geschäftsführer Matthias Ranke. „Wir hätten uns am Ende des Tages schon gewünscht, dass den Aussagen der vielen Athletinnen, was sie über die Jahre erlebt haben, mehr Rechnung getragen wird.“ So müsste man sich schon auch fragen: „Was war das wert für die?“

Rund um den Jahreswechsel 2024/25 hatten aktive und ehemalige Turnerinnen Missstände und unter anderem „systematischen körperlichen und mentalen Missbrauch“ sowie katastrophale Umstände in Stuttgart angeprangert.

Seit rund eineinhalb Jahren ist der Skandal ein Fall für die Justiz. Zunächst hatten sich die Ermittlungen gegen Trainer gerichtet. Mitte Juli hatte sich der STB vor dem Landesarbeitsgericht mit einer gekündigten Trainerin geeinigt.

Aufarbeitung dauert weiter an

Ende Januar waren die Ermittlungen auch auf Funktionsträger im STB sowie auf den Deutschen Turner-Bund (DTB) und dabei auf den Verbandspräsidenten Alfons Hölzl sowie Sportvorstand Thomas Gutekunst ausgeweitet worden. Der DTB sieht kein strafbares Fehlverhalten der beiden Funktionäre und beruft sich dabei auf eine juristische Überprüfung durch eine Anwaltskanzlei.

Im Zuge der Missbrauchsvorwürfe war auch der Bundesstützpunkt in Mannheim in den Fokus gerückt. Der DTB hat zur Aufarbeitung an beiden Standorten eine Kanzlei eingesetzt. Auch der Schwäbische Turnerbund beschäftigt sich mit der Aufarbeitung und den daraus zu ziehenden Konsequenzen. (dpa/lsw)

Lesen Sie dazu auch: Die zähe Hängepartie im Turnskandal – Michelle Timm: „Schwierig“

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