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Zurück in der Landesverwaltung: Berthold Frieß startet im Sozialministerium neu

Berthold Frieß ist neuer Ministerialdirektor im Sozialministerium.
Sozialministerium/Sebastian Berger)Stuttgart. Berthold Frieß ist wieder im Amt. Der Ministerialdirektor des Verkehrsministeriums unter Winfried Hermann (Grüne) verlor seinen Posten als das Ministerium an Nicole Razavi (CDU) ging. Nun wurde er nach einer Pause von mehreren Monaten Amtschef im Sozialministerium, nachdem seine Vorgängerin ins Staatsministerium wechselte. Und er ist froh darüber. Denn Frühpensionär mit 58 Jahren wollte er nie sein. „Ich habe noch ein bisschen was vor“, sagt Frieß, der sich nun mit Energie und Motivation an seine neue Aufgabe macht. Erste Termine hat er bereits hinter sich.
Von der Jugendarbeit an die Spitze der Verwaltung
Für Berthold Frieß schließt sich im Sozialministerium ein Kreis. Denn die Anfänge des Diakons und Diplom-Diakoniewissenschaftlers, der auf der Schwäbischen Alb groß geworden ist, lagen in der Jugendarbeit. Erste landespolitische Erfahrungen sammelte Frieß als Vorsitzender des Landesjugendrings. Mit Mitte 30 entschied der heute 58-Jährige sich dann nach einem Coaching, in den Bereich Führung und Leitung zu gehen. Er machte deshalb eine vierjährige Weiterbildung „Management in sozialen Organisationen“.
Nach einigen Jahren als Geschäftsführer beim Bund für Umwelt- und Naturschutz in Baden-Württemberg, wechselte Frieß 2012 in die Politik. Er wurde Geschäftsführer der Grünen-Landtagsfraktion, als die Grünen gerade erstmals an der Regierung waren. 19 Jahre hatte er von außen, von der Verbandsarbeit den Blick auf die Politik gerichtet, nun arbeitete er im politischen System. In der darauffolgenden Legislatur wurde er Landtagsdirektor und war für die damals rund 180 Mitarbeiter zuständig.
2021 wechselte er dann unter Minister Hermann als Ministerialdirektor ins Verkehrsministerium. Fünf Jahre stand für ihn beruflich die Verkehrsinfrastruktur im Mittelpunkt. „Jetzt darf ich an der sozialen Infrastruktur mitwirken“, so Frieß. Das Land brauche beides, um zu funktionieren.
Wertschätzung statt Angst vor Fehlern
Seine Führungsvorstellung: Wertschätzung für die Mitarbeiter. „Wenn mal ein Fehler passiert, wird nach vorne geschaut und nicht zurück“, so Frieß. Es dürfe kein Klima der Anspannung oder Angst entstehen. Außerdem sei es wichtig, dass notwendige Entscheidungen auch getroffen würden, damit die Mitarbeiter ihre Projekte weiter vorantreiben könnten.
Laufen und Ehrenamt als Ausgleich
Ein „Nine-to-Five-Job“ hat der Amtschef nicht. Das will er aber auch nicht. Als Ausgleich zu oft langen Arbeitstagen geht er laufen. Im Winter meist mit Stirnlampe. Und im Posaunenchor der Kirche spielt er mit. Wenn er auch nicht derjenige ist, der „die Proben am häufigsten besucht“. Daneben hat er noch ein zweites Ehrenamt als Kuratoriumsvorsitzender der Evangelischen Akademie in Bad Boll.