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Politischer Nachwuchs im Fokus: Jugendorganisationen über Ziele und Zusammenarbeit

Die Jugendorganisationen der Parteien teilen, welche Themen sie beschäftigt. *Symbolbild*
IMAGO/Funke Foto Services)Junge Union: Gute Zusammenarbeit mit CDU
Der Landesvorsitzende der Jungen Union, Florian Hummel, glaubt, dass junge Menschen bindungsresistenter sind. Es sei schwerer, sie für eine Mitgliedschaft bei einer Partei zu gewinnen, Engagement komme eher in Phasen: Politischen Bewegungen gelinge es besser, junge Menschen zu gewinnen, als den klassischen Parteien. Um bei den Landtagswahlen erfolgreich zu sein, müssten die Parteien Themen ansprechen, die junge Menschen bewegen: Generationenungerechtigkeit oder Bildung. Die Junge Union hat im Voraus zur Wahl ein eigenes Landtagswahlprogramm erstellt. Im Programmprozess der CDU haben sie dieses eingebracht und tatsächlich wurden „fast alle Punkte“ übernommen: „Ich glaube, das ist ein Erfolg und zeigt, dass wir gut zusammenarbeiten“, so Hummel.
Grüne Jugend macht das Parteiprogramm konkreter
„Die Grüne Jugend ist Teil der Grünen als Partei, aber wir setzen häufig progressivere und radikalere Inhalte“, sagt Jaron Immer. Gemeinsam mit Theresa Fidušek ist er Landessprecher der Grünen Jugend. Sie setzen ihren Fokus auf Antidiskriminierung, Queer-Feminismus und auf eine gerechte und solidarische Gesellschaft. Fidušek ergänzt: Sie seien zwar ein eigenständiger Verband, gerade in Wahlkampfzeiten sei der Einfluss auf die Grünen aber wichtig: „Wir setzen Inhalte und Fragen noch einmal kritischer nach.“ Ohne die Grüne Jugend würde das Wahlprogramm anders aussehen, sagt sie: „Was uns extrem wichtig war, ist, dass das Wahlprogramm noch mal konkreter wurde.“Besonders wichtig sind ihnen die Themen Wohnen, Klimaschutz und Ausbildung. So fordern sie zum Beispiel Sektorziele für das Land oder kostenlose Meisterprüfungen.
Jusos und SPD: Ein gemeinsames Ziel
Die Jusos setzen sich dafür ein, dass es „in diesem Land sozial gerecht zugeht“, sagt Daniel Krušič, Landesvorsitzender der Jusos Baden-Württemberg. Die Parteien müssten in diesem Wahlkampf die Ängste der jungen Leute, die von unsicheren Arbeitsplätzen bis zu maroden Schulen reichen, wahrnehmen: „Ich glaube, dass es ein Automatismus ist, sich von der Demokratie abzuwenden, wenn diese keine Lösungen für die Probleme, Sorgen und Nöte der Menschen findet“, so Krušič. Deshalb müsse die Politik jungen Menschen für einen sehr guten Kontakt auf Augenhöhe begegnen. Derzeit finde Politik zu oft abseits der Menschen statt.
Die Jusos fordern in der Zusammenarbeit mit der SPD manchmal mehr, als die Mutterpartei am Ende mitmachen will. Im Wahlkampf halte man dennoch an dem gemeinsamen Ziel fest, um „das beste Ergebnis für die Sozialdemokratie herauszuholen.“
Kritik an Rechtsruck und Aufrüstung
Die Linksjugend wisse, dass Politik junge Menschen erreicht – das sehe man an den Schulstreiks gegen die Wehrpflicht. Die ist, wie auch die Aufrüstung des Landes, der Genozid in Gaza, alle entrechteten Völker sowie die Klimakrise, ein aktuelles Thema bei der Jugendorganisation. Auch die politischen Veränderungen beschäftigen sie: „Auch stehen wir kritisch gegenüber des Rechtsrucks von SPD, Grünen und CDU, sowie den Erfolgen der AfD“, teilte der Landessprecherrat mit. Bei der Landtagswahl begrüßen sie den Fokus der Linken auf die „ungleiche Vermögensverteilung, die Thematisierung von geopolitischen Konflikten und der krisenhaften Lage der Arbeiterklasse“.
Jugend prägt Programm der FDP
Die Jungen Liberalen, so Lucius Köpstein, stehen für Chancengerechtigkeit. Allem voran in der Bildung, sagt der stellvertretende Vorsitzende im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: „Bildung darf nicht vom Elternhaus abhängen.“ Sie möchten Kinder individuell fördern und sie nicht länger in ein Schulsystem pressen, in das sie vielleicht gar nicht hineinpassen. Außerdem stehen die Entbürokratisierung und die Wirtschaft ganz oben bei den wichtigen Themen der Jungen Liberalen. Nennenswert sei zum Beispiel die Aussetzung der Landesbauordnung. Vereinfachtes Bauen führe zu günstigeren und schnelleren Verfahren und damit langfristig zu günstigerem Wohnraum. Im Zuge der Landtagswahl haben auch sie ein eigenes Programm verfasst. Sie durften bei der Erarbeitung des Landtagswahlprogrammes der FDP mitwirken und konnten im Schnitt etwa 60 Prozent ihrer Forderungen einbringen: „Das Wahlprogramm der FDP ist stark von uns als Jugendorganisation geprägt“, so Köpstein.