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Schönfärberei bringt den Wohnungsbau nicht voran

Nach einer aktuellen Studie des Pestel-Insituts fehlen in Baden-Württemberg über 200.000 Wohnungen. Der Soziale Wohnungsbau kann diese Lücke nicht schließen.
IMAGO/Willhelm Mierendorf)Chat GPT, schreib mir bitte eine Pressemitteilung mit positiver Aussage über den Bau von Studentenwohnheimplätzen und Sozialwohnungen im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg und vermeide dabei jeden Vergleich mit länger zurückliegenden Jahren und dem Bedarf. Wir wissen natürlich, dass das baden-württembergische Bauministerium niemals einen solchen Prompt oder überhaupt KI nutzen würde, um die Anliegen des Ministeriums nach außen zu tragen. Doch die jüngste Wohnbauförderbilanz hätte ein Bot aus dem Silicon Valley auch nicht schlechter hinbekommen.
Natürlich sind die Zahlen richtig. Doch ist es wirklich eine positive Nachricht, wenn das Land im vergangenen Jahr den Bau von 590 Wohnheimplätzen bezuschusst hat, wenn in diesem Jahr fast 9000 Studenten laut Studierendenwerken auf einen Wohnheimplatz warten? Wenn die 590 Plätze im Bundesländervergleich Spitze sind, spricht das weniger für Baden-Württemberg als vielmehr gegen die anderen 15 Länder, die noch weniger tun.
Nur 3200 neue Sozialwohnungen bei 200.000 fehlenden Wohnungen
Die Schönfärberei setzt sich beim Sozialen Wohnungsbau fort. 3216 Wohnungen wurden 2025 gefördert. Das ist besser als nichts, aber angesichts der Wohnungskrise viel zu wenig. Denn bei den momentanen Rahmenbedingungen mit deutlich steigenden Baukosten und verhältnismäßig hohen Zinsen kann frei finanzierter Wohnungsbau keine Linderung bringen, schon gar nicht in den niedrigeren Preissegmenten. Und laut der jüngsten Studie des Pestel-Instituts fehlen im Südwesten mehr als 200 000 Wohnungen.
Wenn Bauministerin Theresa Schopper davon spricht, dass Baden-Württemberg „messbar neue Sozialwohnungen“ schafft, hat sie angesichts der Zahlen natürlich dennoch recht. Auch homöopathische Dosen sind heutzutage messbar.