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Missbrauchsskandal

Turnskandal: Staatsanwalt ermittelt gegen neun Funktionäre

Nach den Missbrauchsvorwürfen in Stuttgart und Mannheim ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen neun aktuelle und ehemalige Funktionäre. Zwei davon hatten dies zuvor selbst öffentlich gemacht.
Turnhalle mit Turngeräten und blauen Matten, Banner mit "#STUTTGART2019".

Der Eingang des Kunst Turn Forums in Stuttgart.

dpa/Bernd Weißbrod)

Stuttgart . Im Missbrauchsskandal um Turnerinnen in Stuttgart und Mannheim ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen insgesamt neun aktuelle und ehemalige Funktionäre. Das teilten die Strafverfolger auf Anfrage mit. Zuvor hatten sowohl der Deutsche Turner-Bund (DTB) als auch der Schwäbische Turnerbund (STB) weitere Ermittlungen öffentlich gemacht.

Laut Staatsanwaltschaft wurden jeweils Verfahren wegen des Verdachts der – zum Teil versuchten – vorsätzlichen Körperverletzung und der Nötigung in jeweils mehreren Fällen durch Unterlassen eingeleitet. Die Namen wurden nicht genannt. Am Montag hatte der DTB selbst mitgeteilt, dass Verbandspräsident Alfons Hölzl und Sportvorstand Thomas Gutekunst zu den Funktionären gehören, gegen die ermittelt werde.

Leitende Funktionäre im Fokus

Dazu kommen seit Januar noch Ermittlungsverfahren gegen zwei ehemalige leitende Personen im DTB. Beim STB wird seit Dezember gegen „ein aktuelles und ein ehemaliges Mitglied des Präsidiums sowie gegen zwei aktuelle und einen ehemaligen Mitarbeiter/-innen in leitender Funktion“ ermittelt, hieß es. 

Gegen den DTB und gegen den STB wurden von der Staatsanwaltschaft darüber hinaus im Dezember Bußgeldverfahren eingeleitet. Weitere Details und Einzelheiten zum Ermittlungsstand nannte die Staatsanwaltschaft nicht.

Sowohl der deutsche als auch der schwäbische Verband hatten durch Anwälte unterstreichen lassen, dass für alle Personen die Unschuldsvermutung gelte. „Die mir bislang bekannten Details kann ich weder im Sachverhalt noch hinsichtlich einer möglichen Pflichtverletzung nachvollziehen“, erklärte Hölzl. Auch der STB wies die Vorwürfe zurück.

Turnerinnen werfen vor: „körperlicher und mentaler Missbrauch“

Kurz vor Weihnachten 2024 hatten Turnerinnen öffentlich die Arbeit am Kunst-Turn-Forum in Stuttgart angeprangert. Kritisiert wurden unter anderem „systematischer körperlicher und mentaler Missbrauch“ sowie katastrophale Umstände. Auch der Bundesstützpunkt Mannheim geriet in den Fokus.

Schon Anfang Februar 2025 waren die Vorwürfe ein Fall für die Justiz geworden und Ermittlungen aufgenommen worden. Zunächst richteten sich diese allerdings nur gegen Trainer. Als personelle Konsequenzen hatte der STB Trainer von ihren Aufgaben entbunden. (dpa)

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