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Barockschloss Mannheim

Vom Herrschaftssitz zum offenen Erlebnisort

Vor 100 Jahren öffneten die Ausstellungsräume im Barockschloss Mannheim erstmals ihre Türen für die Allgemeinheit
Prunksaal mit Gemälden, Kristallkronleuchtern, dekoriertem Holzboden und Deckenfresko.

Der Rittersaal im Barockschloss Mannheim diente schon immer als großer Festsaal für glanzvolle Empfänge und höfische Feste. Foto: SSG

Ralf Schick)

Mannheim. Das Schloss Mannheim gehört mit seinem riesigen Ehrenhof, einer Schaufront von über 400 Metern Länge und einer umbauten Fläche von sechs Hektar zu den größten Barockschlössern Europas.

Das Schloss ist eine ehemalige Residenz der Kurfürsten von der Pfalz. Die barocke Dreiflügelanlage wurde ab 1720 im Auftrag von Karl Philipp von der Pfalz. Seit 1967 dient es als Sitz der Universität Mannheim. Im Mai 1926 öffneten die historischen Ausstellungsräume im Barockschloss Mannheim erstmals ihre Türen für die Allgemeinheit.

Aus der Residenz wurde ein Ort für die Stadtbevölkerung

„Nur wenige Jahre nach dem Ende der Monarchie war damit aus der einst exklusiven Residenz der pfälzischen Kurfürsten und späteren badischen Großherzöge ein öffentlicher Ort für die Stadtbevölkerung geworden“, wie die Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG) mitteilen. 100 Jahre später erinnern verschiedene Ausstellungsbereiche daran, wie eng Sammlungsgeschichte, Stadtgeschichte und Demokratisierung miteinander verbunden sind.

Das Jahr 1918 war eine Zäsur in der deutschen Geschichte: Der Schlusspunkt des Ersten Weltkriegs bedeutete auch das Ende der Monarchie in Deutschland.

Mit dem politischen Umbruch ging das Barockschloss Mannheim dann an die Republik Baden über, wodurch die höfische Nutzung endgültig beendet war und viele Räume ihre bisherige Funktion verloren, zumal die Ausstattung das Schloss fast komplett verließ.

„Der Mannheimer Archivdirektor Friedrich Walter (1870–1956) erkannte früh die Chance, die Anlage im Herzen der Quadratestadt als öffentlichen Erinnerungs- und Bildungsort zu erschließen“, schreiben die SSG weiter. Nachdem das Schloss bis 1922 weitgehend leergeräumt worden war, wurde zusätzlich zu den Sammlungen des Mannheimer Altertumsvereins eine Sammlung mit Preziosen der Barockzeit aufgebaut.

Ab 1926 begann die Nutzung als Ausstellungsfläche. Auch Teile der ehemaligen Großherzoglichen Sammlungen fanden ihren Platz im neuen „Schlossmuseum“. Schwerpunkte bildeten laut SSG die kurpfälzische und badische Residenzkultur zur Zeit des Barock und Rokoko, Kunsthandwerk, Möbel, Porzellan und Gemälde, aber auch die Stadt-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Mannheims.

Geschichte neu vermittelt: die Ausstellungsräume heute

Die heutige Präsentation im Schloss zeichnet im Bereich „Das Schloss durch die Jahrhunderte“ den Weg von der Gründung der Stadt und der Entwicklung der kurfürstlichen Residenz bis zum „Behördenschloss“ des frühen 20. Jahrhunderts nach.

Die Öffnungszeiten im Schloss sind dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen jeweils von 10 bis 17 Uhr. (sta/rik)

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