Themen des Artikels

Um Themen abonnieren und Artikel speichern zu können, benötigen Sie ein Staatsanzeiger-Abonnement.Meine Account-Präferenzen

Wasser- und Abwasserkosten

Wassergebühren steigen schneller als die Inflation

Nach einem langsameren Gebührenanstieg zwischen 2024 und 2025 ziehen die Kosten für Abwasser und Wasser 2025 wieder an. Statistiker sehen besonders hohe Preise bei der Schmutzwassergebühr in kleinen Gemeinden.

Die Kosten für gereinigtes Schmutzwasser, hier eine Kläranlage in Rottweil, steigen ebenso wie die Wassergebühren.

IMAGO/Silas Stein)

Fellbach. Über das Jahr 2025 zogen die Wasser- und Abwassergebühren deutlich stärker an als die Inflationsrate. Laut dem Statistischen Landesamt verteuerte sich die durchschnittliche Wassergebühr binnen eines Jahres um 5,5 Prozent, die Grundgebühr für die Wasserversorgung um 10,2 und die Schmutzwassergebühr um 6,4 Prozent. Die Inflationsrate im Land stieg zwischen Januar 2025 und Januar 2026 um 2,1 Prozent an. Die Teuerung der Wasser- und Abwassergebühren hat sich damit nach einer geringen Abflachung zwischen 2024 und 2025 wieder beschleunigt und kommt der Teuerungsrate zwischen 2023 und 2024 nahe.

Wassergebühr liegt bei 2,87 Euro je Kubikmeter

Die verbrauchsbezogene Wassergebühr liegt 2026 im Landesdurchschnitt nun bei 2,87 Euro je Kubikmeter und die an den Wasserverbrauch gekoppelte Schmutzwassergebühr bei 2,51 Euro je Kubikmeter. Beide Gebühren haben sich gegenüber 2025 um durchschnittlich 0,15 Euro je Kubikmeter erhöht. Die Grundgebühr für die Wasserversorgung beläuft sich auf rund 76 Euro je Jahr, das sind 7 Euro mehr als 2025. Die Niederschlagswassergebühr liegt nun bei 55 Cent je Quadratmeter abflusswirksame Fläche, ein Plus von einem Cent. Die Grundgebühr für die Wasserversorgung wird in 1085 von 1101 Gemeinden erhoben, wogegen sich die zusätzliche Grundgebühr für die Abwasserentsorgung auf 67 Gemeinden beschränkt.

Weite Spreizung der Gebührensätze

In der Gebührenhöhe unterscheiden sich die Kommunen deutlich. Die niedrigste Wassergebühr liegt 2026 bei 0,64 und die höchste bei 6,28 Euro je Kubikmeter; für die Schmutzwassergebühr sind es 0,73 und 8,06 Euro je Kubikmeter. Minimum und Maximum bei der Grundgebühr für die Wasserversorgung liegen bei rund 4 und 270 Euro im Jahr. Auch die Gebührenentwicklung zeigt in unterschiedliche Richtungen.

In knapp der Hälfte der Gemeinden erhöhten sich die Wassergebühr sowie die Schmutzwassergebühr (47 sowie 44 Prozent der Gemeinden). Die Werte machen in der Regel zusammen den größten Teil der Wasserrechnung aus. Dagegen blieben in einer weiteren knappen Hälfte der Gemeinden die Wasser- sowie Schmutzwassergebühr in gleicher Höhe bestehen, und in 5 sowie 8 Prozent der Gemeinden reduzierten sie sich.

Siedlungsstruktur und Sanierungsbedarf treiben Gebühren

Siedlungsstruktur, Topografie, der Sanierungsbedarf des Wasser- und Kanalnetzes sowie neue Anforderungen an die Abwasser- und Klärschlammbehandlung beeinflussen die Wasser- und Abwassergebühren, dasselbe gilt für die Gemeindegröße auf Schmutzwassergebühren. So übertrifft die Durchschnittsschmutzwassergebühr in Gemeinden unter 5000 Einwohnern – rund die Hälfte der Gemeinden im Land – mit 3,18  Euro je Kubikmeter deutlich den Landesdurchschnitt von 2,51  Euro je Kubikmeter. Dort verteilt sich der hohe Investitions- und Betriebsaufwand für Kanalisation und Kläranlagen auf wenige Einwohner. (sta)

Nutzen Sie die Vorteile unseres

Premium-Abos. Lesen Sie alle Artikel aus Print und Online für

0 € 4 Wochen / danach 219 € jährlich Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Baden-Württemberg Jetzt abonnieren

Lesen Sie auch