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Nach zweiter Verhandlungsrunde

Metall-Tarifrunde: IG Metall lehnt Angebot ab – Warnstreiks rücken näher

Die Arbeitgeber bieten 1,3 Prozent mehr Geld ab Juli 2028 und eine Einmalzahlung im Jahr davor. Der IG Metall reicht das nicht. Nach der zweiten Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg bereitet sich die Gewerkschaft auf Warnstreiks vor.
Gruppe hält rotes Banner mit Schrift "SOLIDARISCH IN DIE OFFENSIVE", Gebäude im Hintergrund.

Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie bei einer Protestaktion (Symbolbild): Die IG Metall hat das Arbeitgeberangebot von 1,3 Prozent mehr Geld ab Juli 2028 als unzureichend zurückgewiesen. Nach dem Ende der Friedenspflicht am 31. Oktober sind Warnstreiks möglich.

dpa/Martin Schutt)

Berlin/Kornwestheim. In der Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg stehen Warnstreiks bevor. Nach der zweiten Verhandlungsrunde hat die IG Metall das Angebot des Arbeitgeberverbands Südwestmetall als unzureichend zurückgewiesen.

„Die Arbeitgeber haben ein erstes Angebot vorgelegt. Klar ist: Die Entgelterhöhung ist zu niedrig und kommt zu spät“, sagte IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch laut Mitteilung. Für die Beschäftigten bedeute das einen Reallohnverlust.

Die Friedenspflicht endet mit Ablauf des 31. Oktober. Damit sind ab Sonntag, 1. November, Warnstreiks möglich. Die IG Metall kündigte an, nach dem Ende der Friedenspflicht den Druck in den Betrieben mit Warnstreiks zu erhöhen.

Arbeitgeber bieten 1,3 Prozent mehr Geld ab 2028

In den regionalen Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie hatte die Arbeitgeberseite ein abgestimmtes Angebot vorgelegt. Dieses sieht eine Entgelterhöhung von 1,3 Prozent ab Juli 2028 und eine Laufzeit von insgesamt 26 Monaten bis Ende 2028 vor.

Bereits im Juli 2027 soll es eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts geben. In Baden-Württemberg entspricht das nach Angaben von Südwestmetall rund 700 Euro.

Unternehmen mit geringer Profitabilität sollen die Zahlung allerdings verschieben und gegebenenfalls auch streichen können.

Nach Angaben des Südwestmetall-Verhandlungsführers Peter Sebastian Krause schreiben derzeit rund 25 Prozent der 641 Mitgliedsunternehmen Verluste. Die Arbeitgeber wollen mit der vorgesehenen Ausnahmeregelung wirtschaftlich schwächere Betriebe entlasten.

Das Angebot steht zudem unter dem Vorbehalt, dass ein betriebliches Instrument zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung eingeführt wird.

Südwestmetall verteidigt das Angebot

Krause bezeichnete den Vorschlag als fair und sorgfältig austariert. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage ermögliche er eine Lohnerhöhung, ohne Unternehmen zu überfordern, die für den Erhalt und die Schaffung industrieller Strukturen auf Kostenentlastungen angewiesen seien.

Gesamtmetall zufolge haben die Arbeitgeber erstmals in der Tarifgeschichte der Branche zeitgleich in fünf Tarifgebieten ein Angebot vorgelegt. Es wurde zum Auftakt der zweiten Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und im Norden übermittelt. Die übrigen Tarifgebiete sollen folgen.

IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld

Die IG Metall fordert für die rund 900.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Darüber hinaus will die Gewerkschaft mit den Arbeitgeberverbänden über die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten verhandeln. Für Beschäftigte und Auszubildende in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen strebt sie eine tarifliche Gewinnbeteiligung an.

Die Beschäftigten arbeiten unter anderem in der Automobilindustrie, im Maschinenbau, in der Elektrotechnik und in der Rüstungsindustrie. Insbesondere die Automobilbranche steht derzeit wirtschaftlich unter Druck.

Nach der ergebnislosen ersten Verhandlungsrunde Anfang Oktober ist damit auch nach dem zweiten Treffen keine Einigung erzielt worden. Mit dem Ende der Friedenspflicht am Samstagabend können die Auseinandersetzungen ab Sonntag auch in den Betrieben fortgesetzt werden. (dpa/lsw)

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