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Baden-Württembergische Wohnungswirtschaft will zusätzliche Förderung für Mieter

VBW-Verbandsdirektorin Iris Beuerle und Verbandspräsident Peter Bresinski sind positiv überrascht wie viele ihrer wohnungsbaupolitischen Forderungen im grün-schwarzen Koalitionsvertrag berücksichtigt wurden.
Jürgen Schmidt)Stuttgart. Es kommt selten vor, dass in der Wohnungsbaubranche Politiker gelobt werden, doch genau das ist jetzt der neuen Landesregierung widerfahren. „Im Koalitionsvertrag ist vieles umgesetzt worden, was wir schon lange gefordert hatten. Wir waren überrascht“, sagt Peter Bresinski, Präsident des Verbandes baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen (VBW).
Das heißt allerdings nicht, dass der Verband, der die Interessen der kommunalen Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften vertritt, nicht noch weitere Wünsche an die Landespolitik hat. So fordert der VBW die bisherige Wohnbauförderung durch eine subjektbezogene Förderung des Mieters zu ergänzen, wenn dieser ein Einkommen unter einer bestimmten Grenze hat. Das Einkommen soll in regelmäßigen Abständen überprüft und der Zuschuss bei steigendem Einkommen gesenkt werden oder wegfallen. Damit könnten Fehlbelegungen reduziert werden, meint Bresinski. Bayern habe ein solches Modell bereits umgesetzt. Das könne auch als Vorbild für Baden-Württemberg dienen.
Anhebung des Landesanteils würde nur 500 zusätzliche Sozialwohnungen bringen
Der ehrenamtliche Verbandschef begrüßt, dass die neue grün-schwarze Koalition den Landesanteil für die Förderung des Sozialwohnungsbaus auf die Höhe des Bundeszuschusses anheben will. Doch das werde den Wohnungsmangel im Land nicht nennenswert abbauen. Mit den zusätzlichen Millionen könnten durchschnittlich 500 Wohnungen zusätzlich pro Jahr gebaut werden.
Die Zahl der fertigstellten Wohnungen der VBW-Mitgliedsunternehmen ist im vergangenen Jahr stark eingebrochen. Wurden 2024 noch 4085 Wohnungen neu gebaut, waren es 2025 nur 2815. Der Rückgang von 31 Prozent fiel noch stärker aus als beim gesamten Wohnungsneubau, der ein Minus von 18 Prozent verbuchte.
Hohe Kosten verhindern Neubauprojekte
Dass so wenig gebaut werde, liege vor allem an den hohen Baukosten einschließlich der Bauzinsen, sagt Verbandsdirektorin Iris Beuerle. Die von Genossenschaften und kommunalen Unternehmen angestrebten Mieten ließen sich bei vielen Neubauprojekten nicht kostendeckend erreichen. „Sowohl die Bundes- als auch die Landesregierung sollten rasch alles dafür tun, dass einfacher, schneller und bezahlbarer gebaut werden kann“, fordert Beuerle.