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Wohnungsbau

Bauwirtschaft Baden-Württemberg geht von weiterem Abwärtstrend aus

Nach einem schwachen Jahr 2023 erwartet die Bauwirtschaft Baden-Württemberg in diesem Jahr noch keinen Aufwärtstrend. Auf die schwierige Lage der Branche und die Probleme im Wohnungsbau will ein breites Bündnis aus Organisationen mit einem Aktionstag in Stuttgart aufmerksam machen.

Aus Sicht der Bauwirtschaft Baden-Württemberg müssten jährlich zehn mal mehr Brücken erneuert werden, um den Sanierungsstau zu beenden.

dpa/Fabian Sommer)

Stuttgart. Die Zahlen lesen sich auf den ersten Blick nicht schlecht. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe im Südwesten ist von Januar bis Ende November 2023 gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozent gestiegen. Doch preisbereinigt bedeute dies ein Minus von rund zwei Prozent, teilte die Bauwirtschaft Baden-Württemberg am Dienstag in Stuttgart mit.

Im laufenden Jahr erwartet der Branchenverband keine Besserung, vor allem nicht im Wohnungsbau. „Die Baugenehmigungszahlen zeigen, dass es noch mehr abwärts geht als wir uns 2023 vorgestellt haben,“ sagte Bauverbands-Präsident Markus Böll. Er forderte die Politik in Bund und Land auf, die Attraktivität für private Investitionen in den Wohnungsbau zu steigern.

Bauverband fordert mehr Geld für Sozialwohnungsbau

Der Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Thomas Möller machte sich neben der Sonder-Abschreibung über die derzeit im Vermittlungsausschuss verhandelt wird, erneut für die Reduzierung oder Abschaffung der Grunderwerbssteuer stark. Zudem forderte Möller eine Erhöhung der Fördermittel für den Sozialen Wohnungsbau seitens des Landes. Die derzeit eingeplanten Mittel von 550 Millionen Euro sollten um 150 bis 200 Millionen Euro aufgestockt werden.

„Digitalisierung im Straßenbau geht zu langsam“

Auch im Tief- und Straßenbau investieren die öffentlichen Auftraggeber nach Einschätzung des Branchenverbands zu wenig. Dabei macht sich die Bauwirtschaft weniger Sorgen um ihre Mitgliedsbetriebe als um die Infrastruktur des Landes.

Als Beispiel nannte Vizepräsidentin Sabine Schmucker das aktuelle Sanierungstempo bei Brücken. Pro Jahr würden in Baden-Württemberg rund zehn Brücken saniert, bei 660 Bauwerken, die im Zuständigkeitsbereich der Landesstraßenbauverwaltung als sanierungsbedürftig eingestuft seien. Um diesen Instandsetzungsstau in angemessener Zeit aufzulösen, müssten nach Schmuckers Worten 100 Brücken pro Jahr saniert werden. Mehr Tempo erwartet die Bauunternehmerin aus Rastatt bei der Digitalisierung im Bauwesen.

Aktionstag ohne Politiker-Bashing geplant

Das Land wolle den Einsatz von Building Information Modeling (BIM) für Projekte an Bundesstraßen ab dem kommenden Jahr flächendeckend zur Pflicht machen, so Schmucker. Doch im vergangenen Jahr seien lediglich sieben Straßenbaumaßnahmen mit BIM ausgeschrieben worden, in diesem Jahr bislang nur zwei, sagte sie. Das sei viel zu wenig. Viele Baufirmen seien auf die Digitalisierung vorbereitet, nun müsse die Verwaltung nachziehen.

Um auf die aktuellen Probleme der Baubranche – speziell im Wohnungsbau – aufmerksam zu machen, plant die Bauwirtschaft zusammen mit anderen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft „Impulse für den Wohnungsbau“ am 1. März in Stuttgart einen Aktionstag. Unter dem Motto „Lasst uns wieder bauen“ wolle man damit einen sachlichen Dialog mit der Landespolitik führen und kein Politiker-Bashing betreiben, betonte Böll. Einige Teilnehmer wollten zwar nach Angaben des Verbandspräsidenten Böll mit Baumaschinen kommen, doch Straßenblockaden werde es nicht geben.

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Jürgen Schmidt

Redakteur Bauen im Land und Wirtschaft

0711 66601-147

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